Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 56-57. (Budapest, 1981)

GARAS, KLÁRA: Christian Seybold und das Malerbildnis in Österreich im 18. Jahrhundert

79. A. Schmutzer nach Seybold: Bildnis des J. A. Questenberg (Kupferstich) zum geheimen kaiserlichen Rat, wonach das Bild nach 1723 entstanden sein muß (Abb. 79). Es ist ein Kniestück in reinster Hochbarocktradition, mit schwungvoller Draperie und reicher Aufmachung, ein Gegenstück zu dem Bild­nis, das Kupezky vom Grafen gemalt hat (1716—1717) und das gleicherweise von den Brüdern Schmutzer gestochen wurde. Wenn auch von keinem weiteren Bildnis Seybolds dieser Art berichtet wird, ist es wohl anzunehmen, daß er, besonders in der Frühzeit, auch andere gemalt hat, und daß diese in der Menge der spätbarocken Bildnisse bis heute unbekannt geblieben sind. Er hat sich vermutlich aber schon bald auf jene Gattung spezialisiert, die eine Art Mischung von Bildnis und Genre ist und die von Hagedorn als „Portrait historisé" bezeichnet wird. Um 1730 muß er jedenfalls schon einen gewissen Ruhm erlangt haben, dafür zeugt neben seiner Aufnahme als Assoziierten an der Akademie auch der Umstand, daß zahlreiche seiner Bilder bereits um diese Zeit in bedeutenden Sammlungen vorhanden sind. Aus dem Besitz des Barons (spä­teren Grafen) Gustav Adolf Gotter, Preußens Gesandten am Wiener Hof, ka­men schon 1736 mehrere Werke Seybolds — kleine Charakterköpfe — an

Next

/
Thumbnails
Contents