Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 54. (Budapest, 1980)

BARANYAI, BÉLÁNÉ: Drei Verträge Paul Trogers und Johann Joseph Reslers für die Jesuitenkirche in Győr

Jedoch versiehet sich Herr Drager, dass Ihre Hochwürden Herr Pater Rector die wenige Reise Kosten zu ertragen, und ihm auch in dem Collegio den nöthigen Unterstand und Unterhalt auf einige wenige Tag zu reichen, keinen Anstand nehmen würden. Zu dem Ende dann zwey gleichlautende Exemplarien Von beeden Theilen unterschrieben und wie alhier beykommet, mit aller Treu und Glauben auch beederseits gefertiget worden. Wienn den ... Jenner 1744. Philypus Pez Coli. Jaur. (SIG.) S. J. p. t. Rector, m. pr. Paul Troger (SIG.) „Die hirob stehende Suma ist mier Bar Vnd richtig bezahlt worden, hiemit nichts mehr zu Pretendiren ist. Wienn den 20 May 1746. Paul Troger" Von den vielen erhaltenen eigenhändigen Zeichnungen Trogers befinden sich 62 Blätter, zumeist grösseren Formates, in der graphischen Sammlung des Budapester Museums, 49 von ihnen entstammen der Sammlung Delhaes. Zum größten Teil sind es Federzeichnungen; dreizehn Blätter wurden von den ver­schiedenen Forschern mit seinen Fresken bzw. Altarblättern in Zusammen­hang gebracht; unter ihnen befindet sich (n°. 62 des Katalogs) die Skizze für das Deckengemälde im Dom zu Brixen (Abb. 39). Bereits im Mai 1743 hatte Rektor Pez in Győr mit dem Wiener Stein- und Holzbildhauer Johann Joseph Resler' den Kontrakt für die bildhauerische Aus­sattung des Hochaltars — vier Hauptfiguren zu Seiten des Altarblattes, ferner ein vielfiguriger Aufzug mit Baldachin sowie viel Ornamentik — geschlossen. Die 210 cm hohen Hauptfiguren sind holzgeschnitzt und ganz vergoldet, der Baldachin ist Stuckarbeit. Zu all diesem treten noch ornamentale Aufgaben an den Oratorien, vier Portalen und an den Pilastern der Kirche. Die Auszahlung erfolgte vertragsgemäss in drei Raten (zusammen 1850 Gulden); sie erscheint auf dem gleichen Blatt, restlos ausgezahlt und quittiert bis zum November 1745. Herunt zu Endt Gesezten dato ist mit dem Löblichen Collegio Societatis Jesu in Raab an Einen, dan den Herrn Joseph Ressler Bürgerlicher Bildt­hauer in Wienn, folgender Contract auf gerichtet und Beschlossen worden. 5 Johann Joseph Resler (Wien, 1700—1772). Als gesichertes Werk des einer Wiener Kunsthandwerkfamilie Entstammenden gilt im historischen Ungarn noch der Hoch­altar im Dom von Temesvár (1754). Nach Aggházy schuf er auch Steinfiguren für das Esterhazy-Schloß in Fertőd und steht ihm der Hochaltar der ehemaligen Zisterzienser­kirche in Zirc sowie der der ehemaligen Paulinerkirche in Pápa hahe. Aggházy kommt, Reslers Kunstauffassung und Können betreffend, zu ähnlichem Urteil wie neuerdings M. Koller: ein im soliden Handwerk aufgewachsener, konservativer Künstler, ohne Neigung zum Extremen, dabei anpassungsfähig in den Formen, im Gefühlsmäßigen aber nicht überzeugend wirkend. Lit.: Thieme — Becker, XXVIII. 501.; Aggházy, M.: A barokk szobrászat Magyarországon. (Die Bildhauerkunst des Barock in Ungarn) Budapest, 1959. II. 106.; Koller, M.: Zwei Barockaltäre in Jeutendorf und das Werk Johann Joseph Reslers. Ö. Z. K. D. 1967. XXI. 1—47—54.

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