Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 54. (Budapest, 1980)

BARANYAI, BÉLÁNÉ: Drei Verträge Paul Trogers und Johann Joseph Reslers für die Jesuitenkirche in Győr

DREI VERTRÄGE PAUL TROGERS UND JOHANN JOSEPH RESLERS FÜR DIE JESUITENKIRCHE IN GYÖR Bei gelegentlichem Durchblättern einiger Faszikel des Materials der „Mi­scellanea Ecclesiastica et Religionaria" der Ungarischen Kammer im Budapester Staatsarchiv fielen mir die Originale dreier noch unveröffentlicher Verträge mit Künstlern in die Hand: zwei Verträge Trogers für das Deckenfresko des Sanktuariums und für das Hochaltarblatt der Jesuitenkirche in Győr (Raab), sowie der Vertrag des Wiener Bildhauers Resler für den figürlichen Schmuck desselben Altars (Holzfiguren und Ornamente, vergoldet). Ich hielt die Verträge für längst veröffentlicht und die vor mir liegenden Blätter nur für etwaige gleichzeitig ausgefertigte dritte Exemplare; doch ein Blick in Andor Piglers umfassendes Werk, das sämtliche damals zugänglichen Verträge dieser Kirche sorgsam publiziert, zeigte, dass diese drei Kontrakte dort fehlten. Tatsächlich fehlten sie bis jetzt an der von Pigler durchforschten Stelle, in den Acta Je­suitica des Kammerarchivs. Vermutlich vor sehr langer Zeit diesen entnommen, waren sie in das dunkle Dickicht des so vielartigen Materials der Miscellanea geraten und damit für kunsthistorische Forscher unsichtbar geworden. 1 Aber auch dieser unser bescheidener Fund macht das Archivmaterial über die Ausstattung der Kirche in Győr nicht ganz vollständig: noch immer fehlt der letzte, für die 1747 geschaffenen Fresken des Kirchenschiffes und der Orgelempore; villeicht bringt ein glücklicher Fund später auch diesen noch ans Licht. Hier zunächst der Wortlaut des in Wien am 26. Juli 1744 mit Troger abgeschlossenen Vertrages für das Fresko des Sanktuariums der Kirche. 2 1 Das Archivmaterial des Jesuitenordens — soweit es die Ordenshäuser im historischen Ungarn betrifft, — ist nach der Ordensaufhebung von 1773 in seinem besonders gut geordneten Originalzustand in den Besitz des Kammerarchivs im Buda­pester Staatsarchiv gekommen: E. 152. Acta Jesuitica registrata und irregestrata. 2 Paul Troger (1698 Welsberg, Tirol — 1762 Wien). Im historischen Ungarn hat der bedeutende Freskenmaler nur in zwei Städten gewirkt: noch vor seinen Werken in Győr schuf er 1742 für die Elisabethinerinnenkirche in Preßburg (Pozsony, Bra­tislava) den Freskenschmuck. Seiner mehr als dreißgjährigen, so erstaunlich reichen Tätigkeit danken vor allem viele niederösterreichische Stifte ihre Fresken; daneben schuf er — wie in Győr — zahlreiche Altarbilder. Für die Jesuiten hat er innerhalb der österreichisch — ungarischen Provinz noch in Trient gearbeitet. Seit 1751 war er Professor der Wiener Akademie, 1754—1757 deren Rektor. Sein Einfluß erstreckt sich weit über die Zahl seiner eigentlichen Schüler hinaus. Lit.: Pigler, A.: A győri Szt. Ignác-templom és mennyezetképei (Die Jesuiten­kirche in Győr und ihre Deckengemälde) Budapest, 1923.; Thieme — Becker, XXXIII. 415—419.; Garas, K.: Magyarországi festészet a XVIII. században. (Malerei in Ungarn im XVIII. Jahrhundert) Budapest, 1955. II. 29—32.

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