Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)

GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode

Vorstellung vom Schaffen des Meisters der historischen Treue gemäß zu kor­rigieren. Der erste Biograph Kupezkys, Johann Caspar Füssli, hatte den Meis­ter in der späten Phase seiner Tätigkeit, in Nürnberg kennen gelernt. Seine 1758 veröffentlichte Schrift beruht auf Erinnerungen und Eindrücken aus dieser Periode; er hebt mit Nachdruck besonders jene Momente hervor, die den Maler dort und damals charakterisierten.-' 1 Dieser retrospektive Bericht ist jedoch in mehr als einer Hinsicht lückenhaft, von den in Wien verbrachten Jahren, von den Hofaufträgen und den Beziehungen zum Hochadel spricht der Verfasser nur wenig. Auch die andere, Kupezkys Werk veröffentlichende Quelle, die Mezzotinto-Folge von Bernhard Vogel und D. Preisler, gibt im wesentlichen nur die Spätwerke wider, von den reproduzirten Bildnissen sind etwa nur 10 vor 1724 entstanden. 27 Nach Zeugnis, der kürzlich veröffentlichten Dokumente und der genauer bestimmten Werke ist. jedoch Kupezkys fünfzenhjähriger Wiener Aufenthalt als besonders reich und erfolgreich zu betrachten; er hatte viel für den Kaiser­hof und für hohe weltiche und geistliche Würdenträger gearbeitet, und die Modeansprüche, die repräsentativen Bildnisse eines Rigaud, eines Largillières blieben nicht ohne Eindruck auf ihn. Von den in Wien entstandenen Werken sind jedoch nur wenige bekannt und noch weniger datiert oder mit einem Namen verbunden. Neben den Bildnissen Karls VI., Prinz Eugens, des Vizekanz­lers von Schönborn, der Grafen Harrach, Questenberg, Losy von Losymthal u. a., neben den jetzt bestimmten Porträts von Albrecht und Kirchner gibt es in den Sammlungen von Budapest, Braunschweig, Krakau u. a. noch eine An­zahl von Bildern Kupezkys, die auf Grund der Einstellung, der Tracht und der Physiognomie mit den Wiener Hofkreisen, dem österreichischen, böhmisch­mährischen und ungarischen Hochadel in Zusammenhang gebracht werden können. Die große Zahl der verschollenen Werke ist nur teilweise dadurch zu erklären, daß eine Anzahl der Bilder in den Palästen und Schlössern geblieben verloren ging oder in Vergessenheit geriet. Bei dem Entstehen dieser Lücke spielt wohl auch die teilweise falsche Vorstellung von Kupezkys Kunst eine gewisse Rolle: die von seinem Spätstil abweichenden, barocken und repräsentativen Porträts werden ihm selten zugeschrieben. 28 Füssli und nach ihm alle Biographen Kupezkys unterstreichen den unstill­baren Freiheitssinn, die Unabhängigkeitsbestrebungen des Meisters und illust­rieren sie mit einer Reihe von Anekdoten. Wenn auch diese Vorstellung im wesentlichen sicher zutreffend ist, können wir sie doch nicht im Sinne des 19. Jahrhunderts und neurer Zeiten interpretieren und dürfen die im 18. Jahr­hundert gültigen gesellschaftlichen Bedigungen nicht außer Archt lassen. Die Umstände von Kupezkys Wiener Niederlassung, die Form seiner Tätigkeit wur­den von der Forschung bisher nicht geklärt; es bedarf auch einer genaueren Bestimmung, unter welchen Umständen — die begrenzten Möglichkeiten be­26 Füssli, J. C: Georg Philipp Rugendas und Johannes Kupezki. Zürich, 1758._ 27 Joannis Kupezky, Incomparabilis Artificis, Imagines et Picturae qoutquot earum haberi potuerunt . . . aeri incisae a Bernhardo Vogelio, jamuero similiter con­tinuatae opera et sumptibus Valent. Da. Preisten, Chälcographi Norib. MDCCXLV. 28 S a f a f i k a.a.O. und Safafik in T h i e m e, U. —Becker, F.: Allgemeines Lexikon der Bildenden Künstler, Leipzig, 1928 XXII. 123, schätzt die Zahl der von Kupezky gemalten Werke auf etwa 1000—1500, wovon circa 200 erhalten und be­kannt sind.

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