Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)
GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode
kann das Bildnis des Mannes in reifem Alter mit der prunkvollen und langen, sogenannten Staatsperücke, und dem ernsten Gesichtsausdruck auf Grund des Stiches ohne Schwierigkeit mit dem früher aus der Münchener Sammlung Bissing veröffentlichten Kupezky-Bildnis identifiziert werden, einem Gemälde, das 1972 in München als Werk eines unbekannten Meisters veräußert wurde. 1 '' Auf dem Bild sehen wir dieselbe, dem Beschauer zugewandte Gestalt, den Kopf ein wenig nach rechts gewandt; sie trägt diegleiche goldgestickte Weste, hochgeschlossene Halsbinde, das Gewand ist leicht um die rechte Schulter gelegt. Auch die Perücke ist die gleiche, sie umrahmt mit den regelmäßig verteilten Locken dasselbe langovale Gesicht, dieselbe hohe Stirn. Während jedoch des Stich die Figur in Ovalumrahmung zeigt, sieht man auf dem Gemälde in stehenden Rechteck die bei Kupezky übliche Halbfigur, die rechte Hand vorstreckend und mit der aufgestützten Linken das Gewand zusammenraffend (Abb. 69—70). Michael Achaz Freiherr von Kirchner, der als kaiserlicher Rat bei den Utrechter Friedensverhandlungen eine wichtige diplomatische Rolle gespielt hat, gehörte zu demselben Kreis, zu derselben Gruppe von Beamtenadel und Hoffunktionären, wie Baron von Albrecht und eine Reihe anderer Auftraggeber Kupezkys in Wien. 15 Doch ist im Gegensatz zu der intimen und recht ungezwungenen Darstellung des kuntsliebenden Barons von Albrecht das Kirchnersche Gemälde ein Beispiel des wohlbekannten, auch von Kupezky oft variierten offiziellen Porträts. Es zeigt nächste Verwandtschaft mit dem auf einem Mezzotinto verewigten Kupezky-Bildnis des sächsisch-gothaischen Ministers Johann Friedrich Bach und kann etwa in die zwanziger Jahre, gegen Ende von Kupezkys Wiener Aufenthalt datiert werden. Es ist hier nicht unsere Absicht, die Wiener Tätigkeit Kupezkys in ihren Einzelheiten darzulegen; wir möchten außer dem Vorgetragenen nur auf einige ergänzende Momente hinweisen. In seinem Kupezky-Aufsatz hat sich E. A. Safafik unlängst eingehend mit dem 1709 datierten authentischen Wiener Selbstbildnis des Meisters befaßt und dabei die entscheidende Rolle dieses tatsächliche hervorragenden Werkes hervorgehoben."' Er verwirft dabei die in Wien vertretene Annahme, daß das Bildnis, das Kupezky auf dem Selbstporträt eben in Arbeit hat, den Prinzen Eugen von Savoyen darstelle. 17 Er mo14 Nasse, H. : Gemälde aus der Sammlung des Universitätsprofessors Dr. Freih. F. W. von Bissing, München. Münchner Jahrtauch der bildenden Kunst, 1910, 94, 104. Das aus der Berliner Sammlung Wesendonck stammende Gemälde (Nr. 357, 110 x 91) wurde früher in einem sehr schlechten, übermalten Zustand für ein Werk Karel Skretas gehalten, s. Pazaurek, G. E. : Karl Screta. Prag, 1889, 93, Nr. 167. Das Bild zuletzt als Werk eines unbekannten Meisters des 18. Jahrhunderts in München veräußert bei Neumeister KG. Niemeyer (Weinmüller) 1972 Auktion 144, Nr. 1340. 15 Inschrift des Kupferstichs „Michael Achatius L. B. de Kirchner S. C. Mtis Consiliarius Imper. Aulicus et ad Praesentia Imperii Comitia Comissarius Secundus". Links unten „Johannes Kupezky pinx". rechts unten : „Andreas Geyer sculp et excud. Ratisbonae." S. Grafické listy podla obrazov Jana Kupeckého zo zbierok mesfskij Galerie V Bratislave. Bratislava, 1967 59, No. 96. Michael Achaz Freiherr von Kirchner war im Jahre 1734 verstorben. lü österr. Galerie, Inv. Nr. 1183, öl, Leinwand, 94x75, bezeichnet links unten „Johann Kupezky Pinxit 1709". S. S a f a f i k, E. A. : Zum Anfang des Wiener Aufenthaltes Johannes Kupezkys. nitteilungen der österreichischen Galerie 1964 VIII. 10. 17 österreichisches Barockmuseum in Wien, Katalog. Wien, 1958 21, „Selbstbildnis vor dem Porträt des Prinzen Eugen auf der Staffelei". Nach Ansicht Safafik d. Á. s. a. a. O. 54, stellte das Bild Kupezkys ersten Wiener Mäzen, den Fürsten Liechtenstein dar. Die bekannten authentischen Bildnisse des Fürsten Adam von Liechtenstein widersprechen jedoch dieser Annahme. HÜ