Garas Klára szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 50. (Budapest, 1978)

GARAS, KLARA: Kupezky Studien. Unbekannte Bildnisse aus Kupezkys Wiener Periode

KUPEZKY STUDIEN UNBEKANNTE BILDNISSE AUS KUPEZKYS WIENER PERIODE Das Budapester Museum der Bildenden Künste besitzt etwa 28 Gemälde von dem in Ungarn geborenen, seiner Herkunft nach böhmischen Maler, Jo­hann Kupezky; insgesamt 35 ihm zugeschriebene Werke können in Ungarn nachgewiesen werden. 1 Diese besondere Fülle — die reichste Kupezky-Samm­lung in Europa — gibt uns die Möglichkeit, unsere Kenntnisse über den Meister stets zu erweitern und die bisher unbekannten oder nur wenig bekannten Etappen seiner Laufbahn zu erhellen. Die Mehrzahl seiner bekannten Werke entstammt der Spätzeit. Über seine ersten vierzig Lebensjahre — seine Tätigkeit in Italien — ist uns kaum etwas überliefert; doch auch die Jahre 1707—1723, den Wiener Aufenthalt betreffend, sind die Angaben äußerst spärlich. Unsere gegenwärtige Forschung soll eben zu dieser entscheidenden Epoche neues Material liefern: es gelang uns, einige bedeutende Wiener Werke Kupezkys zu bestimmen, über seine Wiener Schüler und Nachahmer Licht zu werfen. Auf der 12. Seite des in der Wiener Nationalbibliothek aufbewahrten so­genannten Albrechtskodex erscheint das gezeichnete, ganzseitige Bildnis des Verfassers, des Barons Konrad Adolph von Albrecht.- Wir sehen ihn neben ei­nem Tisch im Lehnstuhl sitzend, die Linke auf die Stuhllehne gestützt, die Rechte bequem in die Hüfte gestützt. Er trägt einen pelzverbrämten Hausrock, eine nachlässig aufgeknöpfte Weste und ein am Hals geöffnetes Hemd. Hinter ihm wird ein Vorhang sichtbar, eine Wand und Bücherregale. Rechts befindet sich ein Tisch mit einem Medaillenkästchen. Das glatte, geistvolle Gesicht ist uns zugewandt, seine ganze Haltung spiegelt Eleganz, die ungezwungene Si­cherheit des Hofmannes und Kunstliebhabers (Abb. 66). Nach der detaillierten und sorgfältigen Ausführung zu urteilen sollte die Zeichnung wohl als Stich­vorlage dienen, aus einer dies bezüglichen Textstelle erhellt, daß der Autor sein Manuskript mit den Programmen der kaiserlichen Bauunternehmungen zur Veröffentlichung bestimmte. 3 1 Garas, K.: Kupezky és kortársai kiállítás (Kupezky und seine Zeitgenossen, Ausstellung) Budapest, 1954. - Wien, Ost. Nationalbibliothek, Cod. Min. 7853 „Verschiedene Erfindungen Hie­roglyphisch Historisch und Poetischen Gedanken, mit vielerley deren erforderlichen Lapidarischen Inschriften." Zu dem Bildnis gibt es keine Beschriftung, die Bemer­kung auf Seite 13 bezieht sich auf einzelne Stücke der Sammlung, die auf der Zeich­nung sichtbar sind: ,, ... beede Carniol und Onix Stein so aus dem Albrechtischen Antiquitäten Cabinet von dem Besitzer . . . dem kaiserl. Antiquitäten Cabinet einzu­verleiben unterstanden worden." :! ,,So kunfftig wan das Werck in Druck kommen solte . . ." Die Bearbeitung des Manuskriptes fehlt bis heute, die eingehendste Beachtung fand es bisher in Betracht auf die Tätigkeit Josef Emanuel Fischer von Erlachs, s. Zacharias, Th.: Josef Emanuel Fischer von Erlach. München —Wien, 1960, s. auch Abb. 9.

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