Kaposy Veronika szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 45. (Budapest, 1975)

KNAB, ECKHART: Über Maulbertsch und Gran

ÜBER MAULBERTSCH UND GRAN Zu den Künstlern, von denen Maulbertsch lernte und an die er anknüpfte, zählt auch Daniel Gran, der Schöpfer der Fresken der Wiener Hofbibliothek, der heutigen Nationalbibliothek, deren Kuppelmalerei Maulbertsch im Jahre 17b9, als im Gewölbe Mauerrisse aufgetreten waren, restauriert hat. Dies bezeugt auch die gegenüber der Signatur Grans angebrachte Inschrift: »A. MAVLBERTSCH. PICTVRAM. REFECIT. MDCCLXIX.« 1 Gran war unter den Wiener Monumental­malern der ersten Hälfte des achtzehnten Jahrhunderts der Herold der klassischen Richtung neben Jacob van Schuppen, dem Direktor der Akademie, der aber nur verhältnismäßig wenig Monumentalgemälde schuf und mehr im Portrait sowie seiner verdienstvollen Lehrtätigkeit aufging. Nach der Wiederherstellung der Kuppelfresken Grans in der Hofbibliothek wandelte sieh Maulbertschs Figurenstil zum Schweren und Fülligen in Sinne seines damaligen Vorbildes, wobei gewiß auch die eigene Kenntnis der Werke Rubens, die auch Gran beeinflußt hatten, etwas mitspielte. In den folgenden Jahren ließ sich Maulbertsch auch kompositionell häufiger von Schöpfungen Grans anregen, wie, um nur ein Beispiel zu nennen, die Fresken in Mühlfraun (Dyje) beweisen. 2 Aber auch schon vorher dürfte Gran, dem 1751 das Rektorat der Wiener Akademie vergeblich angeboten worden war, Maulbertsch kein Unbekannter gewesen sein, so verschieden ihre Voraussetzungen und künstlerischen Ziele damals auch waren. Maulbertsch, erst kaum der Akademie 1 entwachsen, folgte, wenn wir von seinem unmittelbaren Lehrer, dem Flamen Peter van Roy absehen, zunächst Paul Troger und dessen engerem Kreise, Michelangelo Unterberger, Mildorfer und Sambach, die alle an der Wiener Akademie; wirkten. Daneben waren es die Vorbilder und Wahl­verwandten von Trogers expressivem Spätstil — Piazzetta, Bencovich, Bazzani, Pittoni, Gaulli (Bacciccio) — die auch Maulbertsch inspirierten und er hat auch, wie wir seit längeren wissen, bisweilen sogar auf Rembrandt und dessen Nachfolger und Vorläufer, auf Jan Liß, PI ont hörst und Callot zurückgegriffen, um seine eigenen Ich danke Frau Direktor Dr. Klara Garas für die freundliehe Einladung zu diesem Beitrag, der ihre grundlegende Maulbertsch-Monographie (Wien, I960 und 1974) sowie die Kataloge der Maulbertseh-Ausstellungen des Jahres 1974 in Wien und Budapest, und das darin verzeichnete Schrifttum voraussetzt. Die Monographie wird im Folgenden »Garas, Maulbertsch« abgekürzt, der Wiener Katalog, an dem neben der genannten Auto­rin noch weitere namhafte Gelehrte mitwirkten, »Maulbertsch, Wien, 1974« und der Budapester »Maulbertsch, Budapest 1974«. 1 B u c h o w i e c k i, W. : Der Barockbau der ehem. Hofbibliothek in Wien, ein Werk J. B. Fischers von Erlach. Wien, 1957. S. 160f. 2 Garas: Maulbertsch. Abb. 236 ff. — Tch nehme hier Ergebnisse meiner Mono­graphie über Daniel Gran vorweg, die in nächster Zeit im Wiener Herold Verlag erscheinen soll. 1:1

Next

/
Thumbnails
Contents