Radocsay Dénes - Gerevich Lászlóné szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 34-35. (Budapest, 1970)

WEGNER, WOLFGANG: Bemerkungen zu Zeichnungen der Rembrandt-schule im Museum der Bildenden Künste in Budapest und zum Problem der Rembrandtwerkstatt

BEMERKUNGEN ZU ZEICHNUNGEN DER REMBRANDTSCHULE IM MUSEUM DER BILDENDEN KÜNSTE IN BUDAPEST UND ZUM PROBLEM DER REM BRANDTWERKSTATT Der Zeichnung des Kupferstichkabinetts des Museums (Inv. Nr. 1062; Kreide, grau laviert; 171X213 mm) wurde kein Wert beigemessen, da die alte Sammlerauf­schrift rechts unten «G. v. d. Eeckhout feit» (sie!) durchgestrichen ist (Abb. 72). Das Blatt lag bei «Unbekannten». Es soll hier aber wieder in das Werk des liem­brandtschülers G. v. d. Eeckhout eingereiht werden. Dargestellt ist, wie Abrahams Diener Eliezer auf dessen Geheiß für Isaak eine Frau zu suchen (I. Mose 24,7 ff.) am Abend zu der Stadt Nahor kommt, dort seine Kamele am Brunnen lagernläßt, und Rebecca trifft. Diese gibt zunächst, wie Elie­zers Bitte zu Gott lautete, Eliezer aus ihrem Krug zu trinken, dann tränkt sie auch dessen Kamele. Eeckhout, der sich mehrmals mit dem Thema befaßte, weicht von Rem­brandts Zeichnungen dieses Themas thematisch ab. 1 Rembrandt gibt den Moment der Handlung, wenn der Diener aus dem Krug trinkt, den ihm Rebecca reicht. Eeckhout dagegen benützt die Szene zu einer genrehaften, ausführlichen Schilde­rung des Lebens und Treibens an einem Brunnen am Abend vor der orientalischen Stadt. Auf der Zeichnung in Budapest und dem Gemälde in Leipzig von 1663 (Abb. 71), 2 die einander am nächsten verwandt sind, sitzt Rebecca, die rechte Hand auf den Krug gestützt, auf dem Bild in Leipzig mit einem flachen Hut, wie sie ihn auf den entsprechenden Zeichnungen Rembrandts trägt; der Diener steht rechts von ihr. Auf der Zeichnung in Brüssel dagegen 3 und dem Bilde in Prag, 4 die sich ihrerseits wieder in der Anordnung der Figuren weitgehend entsprechen, steht Rebecca rechts und reicht dem links von ihr stehenden Diener den Krug zu (Abb. 73-74). Daß Rebecca sitzt, ist eine ungewöhnliche Darstellung. Ikonographisch einzig vergleichbar ist das Bild von dem Haarlemer Genremaler und zeitweisem Rem­brandtschüler Hendrick Heerschopim Rijksmuseum in Amsterdam. 5 Am verbrei­1 Bene s c h, O.: The Drawings of Rembrandt. 6 Bände, London, 1954/57. C 30, A 13, Nr. 491, 503, 566 (zwischen 1640 und 1655), C 64 (um 1650). 2 Signiert und datiert 1063; Katalog 1924, Inv. 783. 3 Inv. 3023; Prestel Publikation XV, 1937, Nr. 16. Copyright A. C. L. Musées Ro­yaux des Beaux-Arts de Belgique. Bruxelles. 4 Prag, Rudolfinum. Katalog 1912, Nr. 174; Kat. 1955, Nr. 228. Ausstellung «Rem­brandt i jego krag», Warschau, 1950, Katalog und Abbildung 35. 5 Katalog 1934, Nr. 1133. Vgl. zu seinen Radierungen auch: Hollstein, F. W. H.: Dutch and Flemish Etchings, Engravings and Woodcuts. Amsterdam, 1949 f., Bd. IX. S. 4 f.

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