Radocsay Dénes - Gerevich Lászlóné szerk.: A Szépművészeti Múzeum közleményei 22. (Budapest 1963)

BENESCH, OTTO: Über den Werdegang einer Komposition Rembrandts

44. Rembrandt-Schüler mit Korrekturen des Meisters : Das Opfer Manoahs. Winterthur, Sammlung Dr. Oskar Reinhart Rembrandt-tanítvány, a mester javításaival : Yianoah áldozata. Winterthur, Dr. Oskar Reinhart gyűjteménye Ich hatte kürzlich die Gelegenheit, das Gemälde bei gutem Lichte wieder zu studieren und die Richtigkeit von Saxls Beobachtung festzustellen. Die Hauptsub­stanz des Bildes ist von fremder Hand —• ich habe den Eindruck, vielleicht von der gleichen, die den « Rabbiner» in London (Bredius 257) und die «Nägelschneiderin » in New York (Bode 477, HdG 308) gemalt hat. Rembrandts Hand kann zweifellos in dem Opferbrand erkannt werden, einem Gewebe von feurigem Rot, Gold, Lachs­farbe, Ocker und lichtem Gelb. Es ist die Farbenskala das « Geschlachteten Ochsen » im Louvre von 1655 (Bredius 457). Rembrandts Pinsel ist ferner in dem Felsblock in der rechten unteren Ecke erkennbar, im Feuer reflex des kupfrigen Mantelsaumes Manoahs und in dem dicken Farbenimpasto der Enden seines Gürtels. Die kühnen, breiten Striche, mit dem der Boden übermalt ist, sind Rembrandt'sche Züge. Sie stehen auch im Engel, allerdings schwer sichtbar, wenn das Bild an seinem Platze in der Galerie hängt. Saxls Erkenntnis kann also die Zustimmung nicht versagt werden, nur dass es kein eigenhändiges, sondern ein durch Schülerhand ausgeführtes Werk ist, dem Rembrandt die letzte Prägung gab. So endet eine Bildidee Rembrandts, die sich in zwei verschiedenen ikonogra­phischen Einkleidungen durch mehr als anderthalb Jahrzehnte äusserte, wobei das inhaltlich Gemeinsame der beiden Bibelerzählungen das vereinigende Band abgab. Dieser Ablauf gibt uns einen tiefen Einblick in Rembrandts schöpferisches Denken, in dem eine Formvorstellung aus der anderen hervorwuchs, jede ein vollendetes Kunstwerk, und doch niemals ganz abgeschlossen, am Ende irgendwie Fragment bleibend. Der Ablauf als Ganzes ist eine künstlerische Offenbarung ohnegleichen fi* 83

Next

/
Thumbnails
Contents