Petrovics Elek szerk.: Az Országos Magyar Szépművészeti Múzeum Évkönyvei 9. 1937-1939 (Budapest, 1940)
János Héjjas: Ein neues Bild vom jüngeren P. Bruegel im Budapester Museum der Bildenden Künste
EIN NEUES BILD VOM JÜNGEREN P. BRUEGEL IM BUDAPESTER MUSEUM DER BILDENDEN KÜNSTE Im Jahre 1939 ist als Geschenk Baron Raul Kuffners eine „synthetische" Komposition, die Darstellung einer Dorfkirmess, in den Besitz des Museums der Bildenden Künste in Budapest gelangt. (Siehe: Neuerwerbungen, Tafel IV.) Über den Ursprung des auf Holz gemalten Ölbildes gelang es uns vom Spender soviel zu erfahren, dass das Bild aus der Erbschaft seines Vaters stammte, der es seines Wissens in Rom und zwar in der Antiquitätenhandlung des Commendatore Simonetti gekauft habe. Aus den Hinweisen des Kunstschrifttums, sowie aus den verschiedenen Verzeichnissen und Reproduktionen der Sammlung konnte aber unzweifelhaft festgestellt werden, dass die Dorfkirmess aus der in 1909 versteigerten, berühmten Prager Sammlung des Ritters Gustav Hoschek von Mühlheim nach Italien gelangt war. 1 In dem der Versteigerung vorangegangenen erläuternden Katalog 2 der Sammlung ist der Beschreibung unseres Bildes folgende Bemerkung angefügt: „entweder die stark gereinigte Originalarbeit des älteren P. Bruegel, oder Werkstattkopie nach P. Bruegel dem älteren". Der Künstler führt uns in unzähligen kleinen Szenen, mit echt holländischer Redseligkeit, die Zerstreuungen und barbarischen Spiele seiner Zeit vor Augen. (An dem Gemälde ist vor allem der weiche malerische Stil augenfällig, der zum Teil die Folge der starken Reinigung ist, doch hat darin auch die Übermalung nicht geringen Anteil, die wahrscheinlich in den Biedermeierzeiten erfolgt ist. In diesen Umständen liegt wohl eine der Hauptursachen, dass hinsichtlich des Urhebers schon verschiedene Vorschläge 1 Repr.: Gemälde alter Meister. Sammlung Gustav Ritter Hoschek von Mühlheim, Prag. Im Kunstsalon G. Pisko. Wien, 1909. S. 9. Nr. 8. 2 Dr. W. Martin. Galerie Gustav Ritter Hoschek von Mühlheim. Prag, 1907. S. 10. Nr. 14. gemacht wurden, jedoch kein einziger beruhigend erscheint. Im Kunstschrifttum erwähnt das Bild als erster G. H. de Loo, der als Urheber des Gemäldes den zum Kreise des älteren P. Bruegel gehörigen P. Balten bezeichnet, 3 über dessen Leben nicht viel Angaben und von seinem Malwerke noch weniger erhalten ist, wogegen er ein umso reicheres Erbe in der ansehnlichen Reihenfolge seiner Stiche hinterlassen hat, die er teils nach eigenen, teils nach fremden Kompositionen anfertigte. Wir haben von drei Gemälden Kenntnis, die mit dem vollen Namen des Meisters signiert sind, und zwar: 1. „Der unkrautsäende Satan" in der St. Petersburger Sammlung Delarof. Da ich mir davon kein Lichtbild verschaffen konnte, ist mir das Gemälde unbekannt. Laut H. de Loo steht es unter den bezeichneten Bildern dem Stil P. Bruegel am weitesten entfernt. 4 2. Die „St. Martinsfeier" im Antwerpener Museum. (1. Abb.) 5 3. Dasselbe Thema im Amsterdamer Rijksmuseum. (2. Abb.) 8 Axel Romdahl 7 hält beide St. Martinsbilder für freie Kopien nach verlorenen Originalkompositionen des älteren P. Bruegel die nur von Kopien 8 bekannt sind. Indess betont H. de Loo sehr richtig, eine Kopie habe, auch wenn sie frei ist, zur Voraussetzung, dass zumindest der grössere Teil der Komposition und die 3 R. van Bastelaer — G. H. de Loo. Peter Bruegel. II. Bruxelles, 1905. S. 373. Nr. 4. 4 R. van Bastelaer —G. H. de Loo. Ang. Werk. S. 373. Nr. 5. 5 R. van Bastelaer —G. H. de Loo. Ang. Werk. S. 372. Nr. 1. ft R. van Bastelaer —G. H. de Loo. Ang. Werk. S. 72. Nr. 1/a. 7 A. Romdahl. Pieter Bruegel d. Ae. und sein Kunstschaffen. Jahrbuch der kunsthist. Samml. d. a. Kaiserhauses. Wien, 1905. S. 124. 8 In ihrer Gänze kennen wir die Komposition nur nach einer anonymen Kopie u. Guérards Stich. Vergl. A. Romdahl. Angef. Werk. S. 124. - -