Petrovics Elek szerk.: Az Országos Magyar Szépművészeti Múzeum Évkönyvei 6. 1929-1930 (Budapest, 1931)

Deutsche Auszüge der im Band VI enthaltenen Aufsätze

Stellung- Christi und zeigen, dass die Ergebnisse' der zentralperspektivischen Haimike Instruktion seiner Spätzeit nicht als Zufall, sondern als Endpunkt einer konsequenten Entwick ung zu betrachten sind. Zwei mittelrheinische Bilder in ungarischen Museen VON LUDWIG BALDASS A) Ein Madonnenbild aus dem Kreise des Meis­ters vom Frankfurter Petersaltar. Im Budapester Museum wird eine unten offenbar beschnittene Tafel aufbewahrt, die die Madonna als Himmelskönigin, umgeben von musizierenden Engeln darstellt (Abb. 1). Die Komposition ist frei nachgebildet einer noch nicht näher lokalisierbaren, aber offenbar westdeutschen, um 1410 entstandenen Maria mit dem Kinde im Besitze der Galerie Van Diemen in Berlin (Abb. 2). Aus der Werkstatt des Meis­ters der Budapester Madonna und anscheinend von ein und derselben Hand stammen eine sitzende! Maelonna zwischen heiligen Jung­frauen (Abb. 3) im deutschen Museum zu Berlin und eine stehende heilige Ursula (Abb. 4) in der Galerie Caspari in München. Die Bilder zeigen enge Stil Verwandtschaft mit der Frauengruppe (Abb. 5 und 6) der Kreuzigung des Altares, der aus der Peterskirche zu Frank­furt am Main stammt und aus historischen und stilistischen Gründen wahrscheinlich kurz vor 1420 entstanden ist. Der um 1425 tätige Meister der Budapester Madonna kann als Schüler dieses Künstlers und als Mitstrebender des Meisters des Ortenberger Altares bezeichnet werden. Er ist frei von westphälischen Ein­flüssen. Seine Kunst hält die Mitte zwischen oberrheinischer und Kölnischer Kunstübung. B) Eine Kreuzigung aus der Nachfolge des Meisters der Darmstädter Passion. Eine Kreuzigung in der Fürsterz bischöf­lichen Galerie in Gran (Abb. 7) stammt aus der Scinde 1 des Meisters der Darmstädter Pas­sion. Sie dürfte in ele-n fünfziger Jahren eles XV. Jahrhunderts entstanden sein, führt elen Stil der Darmstädter Kreuzigung (Abb. 8), den sie um realistische Einzelzüge bereichert, weiter und bereitet in den genremässigen Figuren des Vordergrundes den Stil des mittelrheinischen Hauptwerkes der sechziger Jahre vor, jenes Passionszyklus' (Karlsruhe, Köln, Kunsthan­del), der früher irrtümlich für ein Früh werk des Hausbuchmeisters angesehen weirden ist. Michèle t*annonio und die Anfänge der Renaissance in Ferrara VON GEORG Ge>MBOSi Der in Ferrara wirkende Maler ungarischer Herkunft, Michèle Pannonio wird von den ferraresischen Dokumenten schon seit 1 115 erwähnt ; trotzdem wird er, auf Grund seines einzigen signierten Werkes, der Ceres in der Budapester Galerie (Abb. 1), welche einen rein ferraresischen Charakter trägt, als ein Schüler des erst um 1430 geborenen Cosimo Tura hin­gestellt. Der folgende Gedankengang sollte darlegen, dass der Stil der Ceres einer älteren, noch in der Gertik wurzelnden Phase entspricht und dass das Schulverhältnis zwischen den bei­elen Künstlern in umgekehrtem Sinne bestan­den sein muss. Die ferraresische Lokalkunst bat sich unter dem Einflüsse der grossen Ausländer, die am Hofe Lionello d'Estes wirkten, in vier Phasen entwickelt. Bono, Oriolo, die Esztergomer Virginitas vertreten die Schule Pisanelle>s ; Beiger van der Weyden hat dann die Ölmalerei an Galasso, Angelo Parrasio, sowie auch an Michèle Panneinio vermittelt ; des Letzteren Ceres ist in der Tat ein wichtiges Inkunabel der Ölmalerei in Italien. Pie^rei della Francesea ver­tritt die dritte Stufe. Sein Einfluss gibt sich in den Brüdern Len dinára, in den Fra Carnevale zugeschriebenen, aber zweifellos ferraresischen Stücken der Galleria Barberini, noch mehr aber in Galassos Berliner «Herbst» und in den Bildern, elie' wir im Folgenden elem Angelo Parrasio zuschreiben möchten, kund. Die Entwicklung schliesst mit Mantegna, dessen Einfluss mehr neich in Cossa als in Tura erkenntlich ist, und der ferraresischen Kunst ein endgültiges Ge­präge verliehen hat. Von den einheimischen Künstlern, die ehe­mals in dem estensischen Studie) vem Belfiore arbeiteten, ist Angelo Parrasiei der älteste : er ist bis zu seinem Todesjahr 1450 «depintore del Signore*. Er malt zunächst den Zyklus von neun Musen, von denen zwei in den Cossa zuge­schriebenen sog. Harfenspielenden Engeln des Budapester Museums (Abb. 3) erkannt werden könnten. Sie stellen sicher keine Engel dar : ihre Analeigien mit den ferraresischen Kupfer­stichen der «Tarocchi» machen wahrscheinlich, dass sie eine Terpsicheire und eine Euterpe sind. (Im Sockel der Terpsichore sind auch Spuren griechischer Buchstaben zu sehen.) Sie sind in öl gemalt und stilistisch stehen sie ganz unter dem Einfluss Piero della Francescas. Tura wird von 1457 bis 1463 in Borso d'Estes Diensten erwähnt, und zwar zuerst mit einem

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