Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)
FRANK STEINMANN: Steindorff in Nubien
Schürfung, bei der eine Anzahl charakteristischer Gräber freigelegt wurde, zu begnügen. Die Fortsetzung wurde auf eine spätere Kampagne vertagt." 12 Aus der Grabung von 1912 (siehe Abb. 4) stammt eine Unmenge von Originalen, die sämtlich in die Leipziger Sammlung gekommen sind. Aus der Fülle der Objekte seien folgende genannt: das Relieffragment des Paser (Inv.Nr. 6001), die Statuen des Ruju (Inv.-Nr. 6019 und 6020), unterschiedlichste Schminkgefäße, die beiden einmaligen bronzenen Schalenuntersätze (Inv.-Nr. 4803 und 4804), zahlreiche Schmuckgegenstände, Uschebti und Skarabäen, Grabkegel, noch viele andere Dinge und natürlich massenhaft Tontöpfe (siehe Abb. 5). Im Verlauf der zweiten Kampagne 1914 wurden 450 Gräber des NFriedhofs freigelegt; Hunderte Ritzmustergefäße und zahlreiche kleine figürliche Darstellungen aus Ton, insbesondere die expressiven Rinderfiguren (z. B. Inv.-Nr. 2757, 4380, 4386 - 4388), waren die Ausbeute. „Während der Kampagne", schreibt Steindorff, „unternahmen wir auch eine erste Untersuchung der Stadtruine. Zunächst wurden die geringen Reste des von Weigall beobachteten Tempels zu Tage gefordert. Dabei ergab sich, daß kein Stein dieses Heiligtums sich mehr in seiner ursprünglichen Lage befand; nur wenige Quader, Säulentrümmer und Denksteine wurden aus einer großen, mit Sandsteinsplittern durchsetzten Schutthalde gezogen. Im Zusammenhang mit dieser Durchsuchung wurde in fünfwöchiger Arbeit mit durchschnittlich 100 Arbeitern der Umfang der Stadt festgestellt und vermessen. Nirgends ging man weiter in die Tiefe, auf eine Klärung der Baugeschichte der Stadtmauer wurde vorläufig verzichtet. Die Hoffnung, sämtliche in Aniba noch unvollendeten Aufgaben im Winter 1914/15 mit den Mitteln der Ernst von SieglinExpedition zu Ende zu führen, vereitelte der Ausbruch des Weltkriegs. ... Die geplante neue Erhöhung des Staudamms von Aswan um 7 m veranlaßte 1929 die ägyptische Altertümerverwaltung, eine letzte archäologische Untersuchung des unternubisehen Landes vornehmen zu lassen, um die Reste des Altertums, die künftig durch die Stauwasser überflutet würden, der Wissenschaft zu retten. In den Bereich dieses Archaeological Survey, der das Niltal von Wâdi el-Sebűa bis oberhalb Abu Simbel umfassen sollte und unter die Oberleitung des unvergeßlichen Cecil Firth (gest. 1931) gestellt wurde, fiel auch das Gebiet von Aniba, und so wurde mir von der Altertümerverwaltung, 12 Steindorff, a.a.O. (Anm. 4). S. 19-20.