Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)
PETER KAPLONY: Pachom als Nachfolger der altägyptischen Weisen und Zauberer - eine Textrekonstruktion
sein, auch wenn ACUBCL} geradezu "Loblied" heisst und das, was im Moskauer Text steht, als "Encomium" wohl gerade so bezeichnet werden könnte. Heiden können unmöglich den Auftrag oder den Befehl erhalten, nach Pbow zu reisen, um dort - bevor sie ihre persönlichen guten Erfahrungen gemacht haben - ein Encomium auf Pachom und seine Mönchsgemeinschaft zu schreiben. Kann es nicht eher umgekehrt gewesen sein, dass sie zwar die Einladung Pachoms annahmen, aber daneben von den heidnischen Behörden in Alexandrien den Auftrag erhielten, Pachom und seine Mönchsgemeinschaft in Pbow auszuspionieren, 9 sie auseinander zu sprengen und damit "die Leiden des alten Mannes und seiner Kinder anzufachen ", d.h. deren schon vorhandene Leiden noch schlimmer zu machen und die Gemeinschaft "in Brand zu setzen"? Selbst wenn der Ausdruck "die Krone aufsetzen" bedeutet, müsste er einen negativen Sinn haben. Den Leiden die Krone aufsetzen heisst, die Leiden verschlimmern, durch offene Verfolgung Pachoms und seiner Gemeinschaft. Sollen Pachom und seine Mönche gar getötet werden und die Krone der Märtyrer erhalten? 10 Der Verfasser wird erst durch das Erlebnis der persönlichen Begegnung mit Pachom und seiner Gemeinschaft zum Christentum bekehrt. Wir lesen in der Lebensgeschichte Pachoms von Mönchen in Pbow, die aus Alexandrien stammen." Der Alexandriner des Moskauer Textes bekennt, ein Konvertit zu sein, und wohl aus diesem Grund scheint er die Absicht zu haben, am Anfang des erhaltenen Textes den Glauben der alten heidnischen Ägypter und das Verhältnis dieses Glaubens zum Christentum objektiv zu beschreiben: "... indem Amente selbst (früher) in Ehren stand. Als Christus in sie hinabstieg, da brachte er (wem?) sein Ansehen und seine Rechtfertigung hinab (?). (Und) mit seiner Herrlichkeit nahm er sie (wen oder was?) in die Höhe der Himmel und in die Gegend des Paradieses hinauf. 12 Und er hüllte sie (Amente) ein in Schimpf und Schande für die, die sie (in Zukunft) aufsuchen (müssen). * A.-D. Fcstugicrc, Enquête sur les moines d'Egypte (História monachorum in Aegypto), Les moines d'orient IV/I, Paris 1964, S. 16. 10 Ist dann ACOBCO - KAOM ? Vgl. COBTG N^GNKAOM, 'j'K.A.OM. J. Drescher, Apa Mena, A Selection of Coptic Texts Relating to St. Menas, Publication de la Société d'archéologie copte, Textes et documents, Cairo 1946, S. 53, 59, 137, 140; TTCKAOM ... NTàCJCBTCUTCf J. Drescher, Three Coptic Legends, Hilaria, Arcltellites. The Seven Sleepers, SASAE 4, 1957, S. 40. 11 L.Th. Lefort, S. Pachomii vita bohairice scripta, CSCO 89, 1925,- und 107, 1936 = ders., a.a.O. (Anm. 2), 89ff 107, 196 (hier und im folgenden - wenn nicht anders angegeben - nach Kapiteln zitiert). 12 Eine andere Lokalisation der Hölle gibt Lefort a.a.O. (Anm. 2, 11), 88: Der nicht namentlich als Amente bezeichnete Ort befindet sich da im Norden (sie) des Paradieses. E. Hornung, Altägyptische Höllenvorstellungen, ASAW, 59-3. 1968,