Hedvig Győry: Mélanges offerts a Edith Varga „Le lotus qui sort de terre” (Bulletin du Musée Hongrois des Beaux-Arts Supplément 1. Budapest, 2001)

FAROUK GOMAA: Ein Tempelblock aus el-Kom el-Ahmar/Scharuna in Budapest

sicherlich während der ptolemäisehen Zeit sehr beliebt war, und ihr Kult in den meisten Orten Ägyptens verbreitet war. Jedenfalls beweisen die in el-Kom el-Ahmar/Scharuna gefundenen Denkmäler, dass Hathor dort nicht nur einen Kult, sondern auch einen Tempel besaß. So nennt ein demotischer Papyrus, der ebenfalls aus der Ortsnekropole stammt, ein pr Hwt-hr „Tempel der Hathor" 17 . Ein anderer Papyrus, aus dem Nekropole, erwähnt ein Pr Hwt-hr n Hwt-nsw „Tempel der Hathor von Hwt-nsw". 18 Die Autoren, die die beiden Papyri veröffentlicht haben, bezweifeln jedoch die Existenz eines Tempel der Hathor in Hwt-nsw. Sie möchten diesen Tempel eher mit dem ca. 35 km südlich davon bei dem Steinbruch von el-Saririya gelegenen Tempel der Göt­tin identifizieren 19 . Der Tempel von el-Saririya wurde in der Zeit des Neuen Reiches angelegt. Hathor war die Schutzpatronin der dort während dieser Zeit im Steinbruch tätigen Arbeiter. Man kann diesen Tempel auch eher als Wüsten- denn als Ortstempel bezeichnen. Es gibt ferner keine nachweisbare spätere Erweiterung des Tempels, auch nicht während der ptolemäischen Zeit. Der von El-Agyzi veröffentlichte Papyrus zeigt deutlich, dass der Tempel der Hathor in Hwt-nsw gelegen haben muss. Dort trat ein Gerichtshof zusammen, um die Streitereien zwischen den Balsamierern der Ortsnekropole zu schlicht­en 20 . Abgesehen von den Papyri aus der Nekropole von el-Kom el­Ahmar/Scharuna mit dem Namen des Hathortempels wurden dort während der Grabungen des Ägyptologischen Instituts der Universität Tübingen auch einige Blöcke und Fragmente entdeckt, die ebenfalls beweisen, dass Hathor an dieser Stelle einen Tempel besaß. Unter den Funden sind Hathorkapitelle, die aus einem Tempel stammen müssen. Sie wurden später als Säulenbasen in dem Bau einer koptischen Kirche aus frühchristlicher Zeit westlich der Orts­nekropole benutzt. Damals wurde das modellierte Gesicht der Göttin abgeschlagen. Ein zum größten Teil erhaltenes I lathorgesicht wurde neben der Kirche gefunden, ein anderes fand sich in einer Mauer der Kirche als Bauma­terial wiederverwendet 21 . 17 Dazu s. el-H. Zaghloul, An Agreement for Sale from the Reign of Ptolemy IX. Soter II. in the Museum of Mcllawi, BIFA0 9\ (1991), S. 261 mit Anm. „o"aufS. 263. 18 O. El-Agyzi, A Ptolemaic Judicial Document from Hwt-msw, BIFAO 88 (1988), S. 54 mit Anm. „g". " Zum Tempel von el-Saririya s. P/W IV, S. 126f. u. H. Sourouzian, Une chapelle rupestre de Mcrcnptah dédiée à la déesse 1 Iathor, maîtresse d" Akhouy, MDA1K 39 (1983), S. 207-223. 10 Zum Inhalt des Papyrus s. El-Agyizy, a.a.O. (Anm. 18), S. 51ff. 31 Die hier genannten Stücke werden zusammen mit anderen Blöcken und Fragmenten in den nächsten Publikationsbän­den über die in el-Kom el-Ahmar/Scharuna durchgeführten Ausgrabungen publiziert.

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