Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens

geführt wurde, sogar in den jüngsten Jahrzehnten 1'" Kornspeicher auf Schlittenkufen zu finden sind. Unter ähnlichen wirtschaftlichen Bedingungen leb ten die in den Südgebieten des Karpatenbeckens angesiedelten Südslawen. Bei ihnen war neben dem auch heute bekannten Kornspeicher auch die Hirtenhütte auf Schlittenkufen bis Mitte des 19. Jahrhunderts verbreitet." 9 Aus dem bisher Gesagten erhellt, daß die Vergangenheit der Kornspeieher auf Schlittenkufen in zwei Richtungen zu erforschen ist: in Richtung der geflochtenen Kornkörbe und der Gebäude auf Schlittenkufen. Wir haben aber bereits festgestellt, daß die geflochtenen Behälter alte und primitive Kulturelemente sind und ihre Verbreitung so ausgedehnt ist, daß sie bei der Analyse der Kornspeicher keinen unmittelbaren Anhaltspunkt geben. Gebäude auf Schlittenkufen sind zwar ebenfalls auf großen Gebieten bekannt, 7" Form und Funktion einiger Gebäudetypen in Südost­europa führen auf den Ursprung auf der Balkanhalbinsel oder in ihrem südlichen, mediterranen Teil zurück. Durch die Tatsache, daß diese Gebäude in erster Linie in den Schokazendörfern gebraucht werden, wird unsere Analyse bestätigt oder zumindest in eine bestimmte Richtung gelenkt. Vor allem müssen die geschichtlichen Daten untersucht werden, die die Volksbewegungen der Südslawen und die da mit zusammenhangende kulturelle Migration dokumentieren. Die Geschichte der im Donau- und Draugebiet lebenden Schokazen ist auch heute nicht geklärt. Ausführlicher hat sich damit UNYI beschäftigt, dem es gelungen ist, einige Momente ihrer Siedlungsgeschichte zu erfassen. 1 Seiner Meinung nach siedelten sich die Schokazen in mehreren W'ellen an. Ein Teil von ihnen stammt aus Westgebieten Bulgariens, die Mehrzahl flüchtete aber aus Bosnien in ihre heutigen Wohnorte. 7 7 Auf Grund der Untersuchung ihrer Sprache kam neuestens CZIRFUSZ zu der Feststellung, daß die Schokazen in Baranya, Bácska und Slawonien Abkömmlinge der zahlreichen slawischen Ansiedler aus dem 6-7. Jahrhundert sind, zu denen im 17. und 18. Jahrhundert Kolonisten aus Bosnien stießen." Seiner Meinung schließen wir uns nicht an. Die linguistischen Untersuchungen der türkischen Steuerkonscriptionen im 16. Jahrhundert bestätigen nämlich übereinstimmend, daß zu dieser Zeit im Komitat Baranya noch keine Südslawen gelebt haben. 7 4 Es ist nicht meine Aufgabe, diese Frage zu entscheiden. Welcher Standpunkt immer der richtige ist, eine größere südslawische Ansiedlung erfolgte zwischen dem 17-18. Jahrhundert. Für unsere Untersuchung ist jedenfalls wichtig, daß die angesiedelten Schokazen sich mit Viehzucht beschäftigt haben und daß sie aus jenem Teil der Balkanhalbinsel gekommen sind, wo Hirtenhütten auf Schlittenkufen 68. VAKARELSKI, Chr. 1958. 4. 69. BELLOSICS, B. 1913. 300. 70. Sie wurden z. 11. auch in Skandinavien gebraucht. Siehe BERG, G. 1935. 82-83. 71. UNYI, B. 1947. 72. UNYI, B. 1947. 16-20. 73. CZIRFUSZ. J. 1957. 219. 74. KÁLDY-NAGY, Gy. 1960. 94

Next

/
Thumbnails
Contents