Füzes Endre: A szántalpas hombártól a tájházig (Skanzen könyvek. Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2012)

Település - népi építészet - Die Getreidespeicher in südlichen Teil des Karpatenbeckens

Kornspeicher auf Schlittenkufen Dieser Kornspeichertyp ist in der ungarischen ethnographischen Literatur nicht unbekannt. Zuerst hat JANKÓ die Aufmerksamkeit auf sie in seiner Arbeit über die Schokazen der Bácska gelenkt. 1 Die ausführlichste Beschreibung ist BELLOSICS zu verdanken. Der materiellen Kultur der Schokazen von der Bácska nachgehend, widmete er den in anderen Gegenden der Form und Konstruktion nach unbekannten Kornspeichern eine besondere Aufmerksamkeit. 2 Er hat festgestellt, daß sie im allgemeinen am Straßenzaun mit der Front zum Haus stehen. Er hat ihren Baustoff, ihre Bautechnik und die Namen ihrer Teile sowie ihre Größe und Verzierung beschrieben, und beobachtet, daß in den inneren Verschlagen des Gebäudes verschiedene Getreidesorten aufbewahrt werden. In diesen Gebäuden wurden 50-60 dz gespeichert.' Die Schlittenkufen dienen der Beweglichkeit des Gebäudes. Vor allem wurde das Gebäude bei der Auflösung der südslawischen Großfamilie, der zadruga, bzw. beim Auseinandergehen der Kleinfamilien von einem Pferdegespann aus einem Hof in den anderen geschoben. Bei trockener Witterung wurde das Gebäude auf Rollen, bei Regen auf dem Schlamm und im Winter auf dem Schnee gezogen. 4 Besonders beachtenswert sind seine Bemerkungen über die Verbreitung des Kornspeichers auf Schlittenkufen. Nach seinen Feststellungen wird das Getreide außer in den Schokazendörfern der Bácska auch in den Ostgebieten Slawoniens und in den Schokazendörfern des Komitates Baranya und vereinzelt auch bei den Ungarn in solchen Gebäuden gespeichert. Nicht weniger wichtig ist seine Beobachtung, daß in diesen Gegenden manchmal auch die Stalle und sogar die Wohnhäuser auf Schlittenkufen gebaut werden. Aus diesem Tatbestand hat BELLOSICS die Folgerung gezogen, daß die ein Hirtenleben führenden Schokazen früher in Häusern auf Schlittenkufen gewohnt haben. 5 Zwischen 1957 und 1962 hatte ich Gelegenheit, diese charakteristischen, Wirtschaftsgebäude in den Dörfern dieser Gegend diesseits der Landesgrenze zu studieren; ihre in Jugoslawien verbreiteten und auch heute noch lebenden Formen wurden mittels Briefwechsel geklärt." In den Jahren 1965 und 1966 bot sich wiederum eine Gelegenheit in Jugoslawien, in der Bácska, Slawonien und in einigen Dörfern des Komitates Baranya (im jugoslawischen Teil) eine orientierende Sammeltätigkeit durchzuführen. Der Kornspeicher auf Schlittenkufen hat zwei Untertypen: das aus Ruten geflochtene, korbartige Gebäude und das aus Bretten gezimmerte, gleichfalls auf Schlittenkufen aufgebaute Gebäude mit viereckigem Grundriß. Diese Einteilung 1. JANKÓ, J. 1896. 151. 2. BELLOSICS, B. 1913. 297. 3. BELLOSICS, B. 1913. 298. 4. BELLOSICS, B. 1913. 299. 5. BELLOSICS, B. 1913. 300. 6. Für die freundlichen schriftlichen Mitteilungen danke ich auch an dieser Stelle Frau Prof. Zdenka LECHNER (Osijek), Frau Dr. Danica PINTEROVIC (Osijek) und Herrn Prof. Milovan GAVAZZI (Zagreb) bestens. 82

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