Cseri Miklós - Sári Zsolt (szerk.): Vidéki életmódváltozások a 20. században (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2009)
Sári Zsolt: Típusterves építkezések és az életmód átalakulásának kapcsolata
Zsolt Sári Zusammenhang zwischen Standardhausbau und Umwandlung der Lebensweise In meiner Studie möchte ich auf auch mit der Lebensweise zusammenhängenden Fragen aufmerksam machen, die mit den Bauten von Standardhäusern im 20. Jahrhundert auf dem Lande, sowie mit den Änderungen verbunden sind, die von der Volksbaukunst abweichenden Merkmale aufweisen. Ich führe zahlreiche Beispiele vor Augen, die sich auf örtlichen Forschungen, Archivquellen und den früheren Ergebnissen der Fachliteratur beruhen. Die Standardhäuser sind einerseits vom architektonischen Gesichtspunkt aus, andererseits im Zusammenhang mit der Modernisierung und mit der Umwandlung der Lebensweise bedeutend. Diese Wohnhäuser stellen oft die Vorläufer, die Vorbilder der Modernisierung, der Neuerungen dar. Die Aktionen des Staates zwischen den beiden Weltkriegen enthielten Antworten auch auf die sich vertiefende soziale Krise. Als das meist bestimmende Element der Bautätigkeit mit Standardentwürfen zwischen den beiden Weltkriegen müssen wir die ONCSA-Bewegung (Landesfonds für Volks- und Familienschutz) betrachten, nicht nur wegen der quantitativen Leistung, da sie für den Bau von mehr als 10.000 Wohnhäusern sorgte, sondern auch wegen ihrer gründlichen Ausarbeitung und Organisiertheit. Gemeinsame Beschaffenheit der Baupläne war das Streben nach Behaltung der herkömmlichen Formen und die Anpassung an traditionelle lokale, regionale Formen. Traditionelle Baumaterialen waren bevorzugt, Stein- oder Steinbetonfundamentierung und mit Ziegeln bedecktes Satteldach waren aber vorgeschrieben. Die Standardentwürfe mit klarem Grundriss, mit einer die Zweckmäßigkeit betonenden Formenwelt mit wenig Ornament beruhen auf kräftigen Schattenwirkungen. Der Bau von Standardhäusern mit staatlicher Unterstützung wurde nach dem Zweiten Weltkrieg fortgesetzt. Mehrere selbständige Gemeinden entstanden zu Beginn der fünfziger Jahre durch Verwendung von Standardentwürfen. Ein typisches Beispiel für diesen sozialistischen Dorfbau ist Ebes. Der Stromanschluss war ein wichtiger Schritt in Richtung Umwandlung der Lebensweise, die innerhalb von einigen Jahren erfolgte. Das Umziehen ins Dorf brachte Stromverbrauch mit sich. Die erste und meist verbreitete Form der Modernisierung war die Erweiterung und Erneuerung der bestehenden Häuser. Die Wohnhäuser wurden entweder durch Vergrößerung des Grundrisses umgebaut, oder die innere Gliederung wurde bei Behaltung der ursprünglichen Außenmauer erweitert. Dadurch nahm der nutzbare Wohnraum zu. Dieser Vorgang bedeutete in den fünfziger Jahren die Zunahme der 51