Cseri Miklós, Tárnoki Judit szerk.: Népi építészet a Kárpát-medencében a honfoglalástól a 18. századig - A 2001. október 9-10-én Szolnokon megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Szolnok: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Szolnoki Damjanich János, 2001)

MIKLÓS Zsuzsa-VIZI Márta: Adatok a középkori Ete mezőváros településszerkezetéhez és háztípusaihoz

Angaben zur Siedlungsstruktur und zu den Haustypen des spätmittelalterlichen Marktfleckens Ete ZSUZSA MIKLÓS-MÁRTA VIZI Der mittelalterliche Marktflecken Ete entstand auf einem Hügel mitten in der Sumpflandschaft von Sárköz, in der Nähe von Szekszárd im Komitat Tolna (Abb. 1). Die älteste Angabe über den Besitzer der Siedlung haben wir aus dem Jahr 1398. Damals gehörte sie zusammen mit Decs dem Domkapitel von Vác. Das Zehntelregister des Papstes erwähnt das erste Mal seine dem Heiligen Geist gewidmete Kirche. Diese späten urkundlichen Angaben bedeuten jedoch keineswegs, dass das Dorf erst im 14. Jahrhundert entstanden wäre. Archäologisches Fundmaterial zeugt davon, dass der Ort bereits im 10.-11. Jahrhundert bewohnt war. Die Gemeinde erlebte ihre Blütezeit im 15.-16. Jahrhundert. Sie hatte das Marktrecht: der Wochenmarkt, der jeweils sonntags abgehalten wurde, war 1565 erwähnt. Eine Aufzeichnung vom Jahr 1535 behauptet, dass Ete eine Stadt war. Die Türken eroberten die Region Sárköz im Jahr 1543. In der ersten Hälfte der Türkenzeit geriet die Stadt noch nicht in Verfall. 1572 erwähnen die türkischen Register 192 Häuser. Demzufolge können wir die Einwohnerzahl auf 800-1000 schätzen. Die Gemeinde konnte zwischen 1620-1627 zugrunde gegangen sein, die Gründe kennen wir nicht. Die überlebenden Einwohner ließen sich im benachbarten Dorf Decs nieder. Ete wurde nie wiederaufgebaut: die Stelle benützten die Einwohner von Decs als Weideplatz bis zum Jahr 1962. Dann wurde die Weide aufgebrochen und seitdem ist die Fundstelle Ackerland. Die erste Forschungsarbeit wurde 1933 und dann 1935 durchgeführt. Mehrere Häuser, ein kleiner Teil der Kirche, mehrere Gräber und ein Töpferofen wurden freigelegt. Die Dokumentation wurde im Zweiten Weltkrieg leider vernichtet, daher wissen wir nicht, wo die gefundenen Objekte sich befanden. Zsuzsa MIKLÓS machte 1992 Luftaufnahmen - im Zusammenhang mit Erdfestungen - und merkte, dass von der Höhe von einigen hundert Metern die ganze Siedlungsstruktur, Strassen und Häuser deutlich zu erkennen waren (Abb. 2). Seitdem macht sie regelmäßig Foto- und Videoaufnahmen. Die gegenwärtige Forschung ist unter der Leitung von Zsuzsa MIKLÓS und Márta VIZI seit dem Jahr 1996 im Gange: die detaillierten geodätischen Aufnahmen sind fertiggestellt, worauf die Luftaufnahmen projiziert wurden (Abb. 3). 1997 wurde die gotische Kirche freigelegt, die intensive Geländebegehung war zwischen 1997-2000 durchgeführt, zwischen 1998 und 2001 wurde eine größere, mit einem Graben umgebene Einheit freigelegt, die auf der Luftaufnahme gut erkennbar war. Es ist vermutet, dass es sich um eine Töpferei handelt. Bis jetzt wurden mehrere unterschiedliche Häuser ausgegraben. Die Ältesten sind die Häuser Nr. 5. und 6. (10.-11. Jahrhundert) und die anderen stammen aus den 15.-17. Jahrhunderten. Haus 1935/1 sollte eine Gabelpfostenstruktur (Abb. 5/1), Haus 3 sollte Flechtwerkwände und Haus 4 Wände aus gestampftem Lehm haben. Von den nach 1996 erschlossenen Gebäuden wollen wir die Häuser Nr. 7., 10. und 13. hervorheben. - Haus Nr. 7 (1998): Lagerraum der Töpferei. Grundfläche: 4,5x4,1 m. Tiefe: 50 cm unter dem mittelalterlichen Niveau. An der Innenseite der gemischten, gelblichen, gestampften Wand finden wir eine Pfostenreihe. Der Boden ist hart gestampft. Wir fanden keine Spuren, die auf Heizung deuten würden. Den 170 cm breiten Eingang mit Pfostenstruktur fanden wir in der nordöstlichen Ecke (Abb. 5/3). Aus der Füllung kamen zahlreiche Keramiken (Töpfe, Deckel, Krüge, Ofenkachel) zum Vorschein. Sie lassen uns das Haus auf Ende 15., Beginn 16. Jahrhunderts datieren. Eine genauere Zeitbestimmung wird erst nach der Restaurierung der Funde möglich. Haus Nr. 10 (1998-1999): Grundfläche: 9,5x5,2 m. Tiefe: 90 cm unter dem mittelalterlichen Niveau. Seine Struktur ist ähnlich wie beim Haus Nr. 7. Wir fanden keine Teilwand. Die Ruinen des Ofens lagen in der westlichen Ecke. Die meisten Funde sind Fragmente von Kacheln in Tassenform, da lagen aber Bruchstücke von mehreren grün-gelb glasierten Kacheln mit geschlossenem Vorblatt aus einem weißen Material. Im weiteren lagen dort 2 Münzen von Ferdinand I. aus dem Jahr 1543. Aufgrund des Besagtem können wir das Haus auf das 16. Jahrhundert datieren (Abb. 5/3).

Next

/
Thumbnails
Contents