Cseri Miklós, Tárnoki Judit szerk.: Népi építészet a Kárpát-medencében a honfoglalástól a 18. századig - A 2001. október 9-10-én Szolnokon megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Szolnok: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Szolnoki Damjanich János, 2001)

WOLF Mária: 10. századi település Edelény-Borsodon

Eine Siedlung aus dem 10. Jahrhundert in Edelény-Borsod MÁRIA WOLF Die Fundstelle, die Erdfestung von Borsod befindet sich auf einem niedrigen Hügel am Fluß Bódva in Nordostungarn, 30 km nördlich von Miskolc. Der Hügel ist nicht höher als 15 m. Hier wurden die heute sehr abgetragenen Schanzen der Festung zur Zeit der Staatsgründung gebaut. Die Ausgrabungsarbeit zwischen den Jahren 1987-1999 umfaßte die Schanzen und das Innengelände der Festung. Auf dem Burghügel haben wir auch eine Siedlung aufgedeckt. Die Objekte von dieser stehen aber mit der Festung in keiner Verbindung, da sie früher errichtet wurden. Die Funde beweisen, dass die Siedlung abgebrannt war, alle Häuser wurden in Feuersbrunst auf einmal vernichtet. Die Häuser und die Öfen der Siedlung, die vor der Festung von Borsod existierten, waren auf dem ganzen Hügel und auch unter den später erstellten Schanzen zu finden. Der Schwerpunkt lag jedoch auf der Nordseite des Hügels. Der Hügel war von zwei sehr breiten und sehr tiefen Gräben in ost­westlicher Richtung in zwei geteilt. Die Häuser der Siedlung aus dem 10. Jahrhundert standen ohne Ausnahme an beiden Rändern des ersten, nördlichen Grabens. 8 Häuser konnten wir ziemlich detailliert untersuchen. Weitere drei konnten wir nur teilweise kennenlernen. Häuser Nr. 1.-7. hatten eine 40-50 cm dicke gebrannte Lehmschuttschicht. Im rot, manchmal grau gebrannten, porösen Lehmschutt fanden wir viele Steine. Im Schutt, bzw. darunter lag die Ausstattung der Häuser, Geschirr, landwirtschaftliche und Arbeitsgeräte, Knochengegenstände. In jedem Haus fanden wir viele Getreidekörner in großer Vielfalt. In zwei Häusern jedoch lag die 8-10 cm dicke verkohlte Körnerschicht über dem Schutt. Nach dem Entfernen der Schuttschicht kam der mit Lehm beworfene, durchgebrannte Fußboden zum Vorschein. In den meisten Häusern befindet sich der Fußboden unmittelbar auf dem ehemaligen Erdboden. Nichts deutet darauf, das Häuser oder ihre Fußböden in die Erde gesunken waren. Auf dem Niveau des Fußbodens, meistens in der südöstlichen Ecke stand der Ofen. Die Öfen wurden aus großen Steinen, ohne Verbindungsmaterial gebaut. Die Steine waren verstreut, nur einige konnten wir an ihrem ursprünglichen Platz sehen. Wo dies der Fall war, waren die Öfen U-förmig und ziemlich klein. Die eingestürzten Überreste der Dächer konnten wir in mehreren Häusern erkennen. Wir fanden jedoch keine Stellen von eingerammten Pfosten, die im Zusammenhang mit dem Dach gedeutet werden könnten. Bei der Aufdeckung der Häuser Nr. 1.-7. fanden wir keine Spuren vom Eingang. Am besten konnten wir die Struktur und Bauweise des Hauses Nr. 8. beobachten. Bei der Freilegung fanden wir an der Nordwand zuerst eine 1,5 m breite und 10 cm dicke Schicht von verbranntem Getreide. Darunter fanden wir eine 15-20 cm dicke Schuttschicht aus rot gebranntem Lehm. Nach dem Abtragen dieser Schicht kam der durchgebrannte, mit Lehm beworfene Fußboden zum Vorschein. Darauffanden wir die Überreste einer eingestürzten Holzstruktur. Der Ofen stand in der Nähe der südöstlichen Ecke. Unter seinen verstreuten Steinen lagen 12 unversehrte oder nur von der Erde zusammengedrückte Gefäße. Der 0,75 x 0,75 m U-förmige Ofen wurde aus größeren Steinen ohne Verbindungsmaterial gebaut. Seine Backoberfläche bestand aus einer 3 cm dicken, leicht durchgebrannten Lehmschicht, worüber eine 5 cm dicke Aschenschicht lag. Der Ofenmund befand sich in westlicher Richtung, an seinen beiden Seiten lagen große Steine. Je 20 cm von diesen entdeckten wir zwei 8 cm tiefe Löcher im Boden, die für Holzpflöcke von 8, bzw. 10 cm Durchmesser gefertigt waren. Die Struktur der Wände an der Ost- und Westseite ließ sich gut untersuchen. Die Wand war ca. 20 cm breit und sank 5-8 cm tief in den Boden. Ihre Grube ist mit rot gebranntem Lehm aufgefüllt, worin Holzreste zu entdecken waren. Der Nordwand entlang waren die verkohlten Balkenreste gut zu erkennen. In der nordöstlichen Ecke deutet die stufenweise mit 10 cm Abständen sinkende Oberfläche vielleicht auf den Hauseingang. Hier fanden wir einige U-förmige Eisenhaken und Eisennägel. Die freigelegten Überreste lassen uns nicht in Zweifel darüber, dass das Haus Nr. 8. ein oberirdisches Blockhaus, eventuell mit gesenktem Fußboden war. Die Überreste des untersten

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