Cseri Miklós, Tárnoki Judit szerk.: Népi építészet a Kárpát-medencében a honfoglalástól a 18. századig - A 2001. október 9-10-én Szolnokon megrendezett konferencia anyaga (Szentendre; Szolnok: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Szolnoki Damjanich János, 2001)

GRÓF Péter: Újabb kutatások Visegrád-Várkertben

Neuere Forschungen im Burggarten von Visegrád PÉTER GRÓF Die Forschungsarbeit im Gespanschaftszentrum aus der Zeit der Staatsgründung in Visegrád läßt sich neben ihrer wissenschaftlichen Bedeutung damit begründen, dass wir laut unseren heutigen Kenntnissen mit dem Weiterleben der historischen Einheit nach dem Jahr 1241 nicht rechnen können - mit Ausnahme des Klosters Hl. Andreas - und der Ort soll auch später nicht bebaut worden sein. Bei der Fortsetzung der Aufdeckungsarbeit im Dorf aus der Arpadenzeit im Burggarten war eine tiefgehende Untersuchung der Ausdehnung und der Struktur der Siedlung unser Hauptziel. Wir wollten auch die Frage beantworten, ob das Leben im alten Visegrád nach dem Mongolensturm wirklich völlig abgebrochen war. Bei den nach dem Jahr 1999 fortgesetzten Ausgrabungen haben wir die früher bekannten Funde und Beobachtungen, sowie die gegenwärtigen geographischen Gegebenheiten des Geländes beachtet. Obwohl hier keine bedeutenden landwirtschaftlichen Tätigkeiten stattgefunden haben, müssen wir - neben den Aufwühlungen in der jüngeren Vergangenheit - die Gestaltung der Landschaft während der letzten Jahrhunderte, die Erosion des Hügels, sowie die Vegetation, die Bewaldung und die hydrographischen Gegebenheiten trotzdem untersuchen. In den Jahren 1999-2001 haben wir im Burggarten von Visegrád (Abb.1) insgesamt 5 Häuser, 4 Öfen im Freien, 3 Gruben mit verschiedenen Funktionen und eine Feuerstelle freigelegt. Wegen Zeitmangel mussten wir mit der Ausgrabung von einem Haus mit 2 Stein- und 1 Lehmofen, von einem grubenartigen Objekt mit Pfostenlöchern neben Haus Nr. 1. im Segment 2001/1., sowie mit der Erforschung eines Ofens (?) oder eines anderes Objektes neben den Häusern Nr. 1. und 2. des Segments 2001/11. aufhören, oder diese auf die nächste Ausgrabungssaison verschieben. Ziel der Aufdeckungen im Jahr 2001 war die Erschließung, ob die im vorherigen Jahr freigelegten Objekte selbständige Errichtungen waren, oder ob sie zu einem größeren Siedlungsteil gehörten. Haus Nr. 1. vom Segment 2001/1. (Abb. 2) Gegrabenes Haus in einer Grube von 390-360 cm mit abgerundeten Ecken, auf rechteckigem Grundriss. Der hart getretene Fußboden liegt 50 cm tief unter dem Boden und die Seitenwände der Grube sind fast senkrecht. Der Ofen wurde in der nördlichen Ecke auf eine niedrige Erdbank gebaut. Der kleine, 80x65 cm Ofen war rechteckig, ein 15 cm hoher Wandteil ist davon erhalten geblieben. Die zwei Gabelpfosten, die die Pfette stützten, waren auf der Ost-West-Mittellinie des Hauses in den Boden gerammt (Abb. 3.-4.). Zum Haus gehörte ein sich gegen Süden verjüngender Graben. Sein Ende befand sich in der südlichen Ecke in einer Höhe von 40 cm vom Boden, mit einer Länge von 80 cm und einer Breite von 28-30 cm. In der Nähe der südwestlichen Ecke legten wir ein 25 cm tiefes Pfostenloch mit 20 cm Durchmesser, in einem Abstand von 20 cm von der Grubenwand frei. Wir fanden keine Spuren eines Eingangs, aber ein drittes Pfostenloch neben den 2 Löchern der Gabelpfosten gehörte wahrscheinlich zur Dachstruktur der Tür. Haus Nr. 2 im Segment 2001/11. (Abb. 5) Bei der genauen Erschließung der Konturen des 370x330 cm Objekts mit abgerundeten Ecken in nordöstlicher-südwestlicher Richtung hatten wir Schwierigkeiten, da zum späteren Zeitpunkt, als der äußere Ofen zur südwestlichen Hausseite angebaut wurde, wurde die ursprüngliche Wand des Hauses beschädigt. Vier, in Löcher mit 20-25 cm Durchmesser gestellte Pfosten stützten das Dach. Der Ofen stand in der nordöstlichen Ecke, etwas in den Boden gesenkt. Bei der Erschließung der Zeit, als das Haus benützt, verlassen oder zerstört wurde, können die in der Deckschicht gefundenen Münzen aus der Regierungszeit von Béla III., sowie der Vergleich der zahlreichen Keramiken mit den im Haus gefundenen Scherben helfen. Es scheint, dass das Dorf im Burggarten ziemlich groß war. Das Ausgrabungsgelände von 2000­2001 ist 300 m von dem vor dem Jahr 1995 freigelegten Teil entfernt. Wir haben auf 600 m 2 13 Objekte gefunden, was die Schlußfolgerung erlaubt, dass der Hügel dicht bebaut war. Ein genaueres Bild können wir uns jedoch erst nach weiteren Grabungen machen.

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