Cseri Miklós, Kósa László, T. Bereczki Ibolya szerk.: Paraszti múlt és jelen az ezredfordulón - A Magyar Néprajzi Társaság 2000. október 10-12. között megrendezett néprajzi vándorgyűlésének előadásai (Szentendre: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Magyar Néprajzi Társaság, 2000)

FÜVESSY Anikó: Az alföldi kerámia stílusváltozásai

Stiländerungen der Keramik in der Großen Tiefebene ANIKÓ FÜVESSY Seit dem Ende des 18. und dem Beginn des 19. Jahrhunderts entstehen Keramikgefäße in der Großen Tiefebene, die eine ausgesprochen bäuerliche Stilrichtung vertreten. Ihre Vorläufer sind zwei bestimmende Stilrichtungen, die zur Zeit der Türkenherrschaft dominierend waren. Die eine hatte Debrecen und Miskolc als Zentrum, die andere war in Hódmezővásárhely zu Hause. Im Norden wie im Süden entstanden im Reformzeitalter Keramikzentren von mittlerer Größe. Das südliche Zentrum (Szentes, Csongrád, Makó, Mezőtúr) steht im Einflußbereich der gelb oder grün glasierten, mit geritzten Motiven dekorierten Keramik von Hódmezővásárhely. Im Norden (Mezőcsát, Tiszafüred) vertritt die mit Pflanzenornamentik "beschriftete" Keramik die Tradition, die noch Fragmente von Renaissance- und Barockmotiven bewahrt hat. Die Stiländerung kommt vom Süden in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Die Gegenstände werden farbiger, die Pflanzenornamentik wird dominierend. Einige Zentren im Süden bleiben der traditionellen Farben- und Musterwelt treu, andere ändern ihren Stil häufig. Zentren mit dem größten Einfluß sind Hódmezővásárhely und Mezőtúr. Im Norden spielen die mittelgroßen Zentren (Tiszafüred, Gyöngyös) dieselbe Rolle. Hier erscheinen neue Farben und Motive unter der Einwirkung der Konjunktur, wobei Gyöngyös die Führung übernahm. Das letzte Drittel des 19. Jahrhunderts ist die Zeit der Entstehung der kleineren Zentren mit zwei oder drei Töpfern. Die Trennlinie der zwei Geschmackrichtungen bei der Keramik der Großen Tiefebene ist irgendwo in der Mittel-Theiß-Region. Aus diesem Grundstil entwickeln sich bis zum Ende des 19. Jahrhunderts immer mehr Gruppen, die sich von diesen Wurzeln zunehmend entfernen. Vereinfachung der Motive und nachlassende Qualität sind für sie bezeichnend. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts popularisieren die "Tonkurse" die mit Pinsel aufgetragene Ornamentik. Die neue Technik erzeugt neue Motive: fleischige Blätter, größere Blumen, die sich überall in der Großen Tiefebene verbreiten und die den Stil der Keramikgefäße überall ähnlich machen.

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