Cseri Miklós, Kósa László, T. Bereczki Ibolya szerk.: Paraszti múlt és jelen az ezredfordulón - A Magyar Néprajzi Társaság 2000. október 10-12. között megrendezett néprajzi vándorgyűlésének előadásai (Szentendre: Szabadtéri Néprajzi Múzeum; Magyar Néprajzi Társaság, 2000)

ZENTAI Tünde: Az ágy és a népi alváskultúra a kora újkorban

Das Bett und die Schlafkuitur des Volkes in der frühen Neuzeit TUNDE ZENTAI Der Vortrag ist die kurze Zusammenfassung der Ergebnisse einer Forschung von größerem Umfang. Er behandelt die Geschichte des Bettes und der Schlafgewohnheiten des Volkes in den 16.-18. Jahrhunderten. Aufgrund der vielseitigen Quellenbewertung kam die Autorin zur Schlossfolgerung, dass die volkstümliche Wohnkultur, für die das Vorhandensein von Möbel und Bettgestell bezeichnend ist, in den prosperierenden Zeiten des 14. und 15. Jahrhunderts entstanden war. Die allgemeine Verbreitung des Bettmöbels - der mittelalterlichen gezimmerten Strukturen (Bild 2.) wie auch der neueren, getischlerten Betten - jedoch nimmt die ganze frühe Neuzeit in Anspruch. Die Benutzung von Federbettzeug sowie von Wiegen läßt sich seit dem 13. Jahrhundert gut verfolgen. Das von Tischlern gefertigte Möbel und das neumodische Renaissance-Himmelbett sind für die vornehme Wohnkultur des 16. Jahrhunderts bezeichnend. Im Bereich der Wohnkultur des Volkes ist aber noch das Nebeneinander der Schlafstelle auf dem Boden (Bild 1.) und des Bettgestells (zweckmäßiges Möbel und Bettstuhl) bestimmend. Von der Verbreitung des Bettmöbels zeugen Archivquellen über Leibeigenen im 15.- und 16. Jahrhundert und ehemalige Darstellungen, wo die Kranken in den Armenhäusern auf gezimmerten Betten verewigt wurden. Die Angaben der Hexenprozesse im 16. Jahrhundert, die über hohe Betten berichten, die in der schöngeistigen Literatur und in Privatbriefen gefundenen negativen Äußerungen enthüllen, in welchem Masse die Gewohnheit auf dem Boden zu schlafen im 16. Jahrhundert im Rückzug begriffen war. Die Tendenz wird durch die Kriege der Türkenzeit (1526-1699) abgebrochen, obwohl die Entwicklung zwar langsamer, aber unaufhaltsam weiterging. Als Folge des Einflusses des Barockstils wird das Himmelbett in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts mit einem Zeltdach auf mit Textilien überzogener Metallstruktur ergänzt und taucht auch in Bürgerhäusern auf. Ein solches Denkmal ist in Sopran erhalten geblieben (Bild 3.). Die Zunftdokumente verraten, dass die Tischler landesweit vielerlei Betten fertigten und für einen breiteren Konsumentenkreis auch einfachere Marktprodukte herstellten. Demzufolge ­und wie es die schriftlichen Quellen bestätigen - wurden die Tischlerbetten ohne Decke und die Wiegen mehr populär. Gleichzeitig finden wir in den Inventaren und Hexenprozessen zahlreiche Berichte über mittelalterliche Liegestätten: eingebaute Bänke, Betten (Bild 4.) Betten mit Leistenstruktur von antikem Ursprung. Weiterhin wird auch auf dem Boden geschlafen, obwohl die Gewohnheit immer mehr saisonbedingt wird oder als Charakteristik der Armut betrachtet wird. Bei der obersten Mittelschicht der Bevölkerung, den reichen Bauern der Marktflecken erscheint am Ende des Jahrhunderts das Prunkbett, mit wertvollem Bettzeug hochgebettet, wovon außer den Inventaren auch die erhaltenen gestickten Leintücher und Kissenüberzüge zeugen. Eine besondere Rolle spielt das Bett der Wöchnerin, das mit Bettuch und Mückennetz geschützt war und womit zahlreiche magische Bräuche und Glauben verbunden waren. Das friedliche 18. Jahrhundert, vor allem seine zweite Hälfte ist eine Zeit des Aufstiegs: dank der Verbreitung des Rauchfangs erneuert sich das Bauernhaus, die mit bemaltem Tischlermöbel eingerichtete gute Stube erscheint. Unter der Wirkung des Rokokos und Klassizismus wird das Himmelbett aus den Häusern der reichen städtischen Bürger verdrängt, wird jedoch um so mehr beliebt bei den wohlhabenden Bauern in den Marktflecken. Von diesem Bereich sind heute noch mehrere bemalte, geschnitzte, mit Jahreszahl versehene Betten und Kopfenden (Bild 5.) vorhanden. Zahlreiche Schriftdenkmäler und bestickte Bettextilien bewahren das Andenken an das repräsentative, mit 6-9 Kissen und 3-4 Unterbetten gemachte Bett (Bild 6.). Neuigkeit des Jahrhunderts ist die Färbung der Bettwäsche mit Farbe: die mit Blaudruck dekorierten Bettüberzüge mischen sich mit der gewobenen und gestickten Bettwäsche. In diesem Jahrhundert verbreitet sich die Liegestätte, die auf Rädern unter das

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