Bereczki Ibolya - Sári Zsolt: Ház és Ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 28-29. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2017)

BODÓ SÁNDOR: Magyar múzeumok az első világháború idején

Sándor Bodó DIE UNGARISCHEN MUSEEN ZURZEIT DES ERSTEN WELTKRIEGS Die Mitarbeiter des im Jahr 1802 gegründeten Ungari­schen Nationalmuseums haben in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts bedeutende Hilfe zur Errichtung des ungarischen Museumsnetzes auf dem Lande geleis­tet. Flóris Römer, Ferenc Pulszky und József Hampel haben zur Gründung und Unterstützung der täglichen Unterhaltung der ca. 90 Institutionen in komitatlicher, städtischer oder kirchlicher Verwaltung wirksam beiget­ragen. Als Landesoberinspektor für Museen haben Pulszky ab 1874, und dann besonders zwischen den Jahren 1897 und 1922 das Landesoberinspektorat für Museen und Bibliotheken zur Bereicherung der Mu­seumsammlungen, zur Hebung des Niveaus ihrer Ge­bäuden und Einrichtungen fachgemäße Unterstützung und staatliche Dotation gewährt. Der Erste Weltkrieg hat natürlich die staatliche Un­terstützung der Museen beeinträchtigt. Keine bedeuten­den Aktivitäten wurden in den Sammlungen der Insti­tutionen ausgeführt. Besuche und Beratungen durch den Inspektor haben zwar in den Museen stattgefunden, die als Folge des Einberufungsbefehls mit weniger Mitarbei­tern tätig waren. Die wichtigste Aufgabe stellten die An­wendung von Vorsichtsmaßregeln und die Inventarisie­rung der Verluste dar. Zwar war das Land von Be­wegungen wie Metallrequirierung und „Gold für Eisen“ betroffen, aber eine ihrer Folgen war die Bereicherung der Museen, da manchmal historisch wichtige Stücke (wie alte Glocken, Zinnkrüge, alte Gebrauchsgegen­stände) den Weg in die Sammlungen fanden. Als Folge der Haushaltsbeschränkungen hat das Kultusministerium im Jahr 1915 einen „Reorganisations­plan“ fertigen lassen. Gemäß dem Plan sollten die mage­ren Quellen des Staates zur Unterstützung von einer kleineren Anzahl von Sammlungen von großer Bedeu­tung verwendet werden. Die Aufgabe der Kulturpolitik war so interpretiert, dass unter den Museen und Bibliotheken auf dem Lande solche mit zentraler Wich­tigkeit unterstützt werden mussten, wo die Stadt eine Universität oder Hochschule hatte, oder wenn die Um­gebung wegen ihrer Naturgegebenheit und historischer Bedeutung würdig für Entwicklung war. So wurden die beinah 90 Institutionen in vier Kategorien eingeordnet. In der ersten Kategorie waren die Museen von Arad, Debrecen, Kassa, Pécs, Pozsony, Sepsiszentgyörgy, Szeged, Szombathely, Temesvár und die Kulturinstitution von Marosvásárhely. Diese hat der Staat finanziell und moralisch mit der größten Unterstützung gefördert. Trotz der Schutzmaßregeln haben durch die Kriegse­reignisse mehrere Museen Verluste erlitten. Als Beispiel seien das Museum von Máramarossziget, das Székely Nationalmuseum von Sepsiszentgyörgyi, die evangelis­che Kirche in Brassó-Bolgárszeg sowie das Barcaság Museum in Brassó erwähnt, diese waren aber nicht die einzigen Fälle. Das Ungarische Nationalmuseum war auch von der Kriegsrequisition von Metall betroffen. Es durfte zwar die Glocken von historischem Wert behalten, mußte jedoch dafür mit dem Kupferbeschlag seines Daches zahlen. Während der rumänischen Besatzung von Bu­dapest im Herbst 1919 drangen rumänische Truppen ins Museum und wollten eine bedeutende Anzahl Gegen­stände von siebenbürgischem Ursprung nach Rumänien transportieren. Die Requirierung der Schätze wurde am 5. Oktober 1919 durch das mutige Verhalten der Muse­umsmitarbeiter, sowie durch den energischen Auftritt des amerikanischen Generals, Harry Hill Bandholz, dem Mitglied der Entente-Mission vereitelt. 188

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