Bereczki Ibolya - Nagyné Batári Zsuzsanna - Sári Zsolt: Ház és Ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 26. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2014)

PETI LEHEL: Gazdasági stratégiák és társadalmi viszonyok a Kis-Küküllő vidékén

Lehel Peti WIRTSCHAFTSSTRATEGIEN UND GESELLSCHAFTLICHE VERHÄLTNISSE IN DER GEGEND VON KIS-KÜKÜLLŐ Der Aufsatz versucht die wichtigsten soziokulturellen und wirtschaftlichen Änderungen während dem Sozialis­mus und Postsozialismus in den Gemeinden von Balavá- sár bis Balázsfalva vorzuführen, mit besonderem Nach­druck auf die Vorstellung der heutigen Lage. Die Studie behandelt das Dilemma der Angrenzung der ethnogra­phischen regionalen Einheit Kis-Küküllö, stellt die Wand­lung der ethnischen und konfessionellen Struktur der Region dar und schildert ihre gegenwärtigen politischen Kräfteverhältnisse und Wirtschaftslage. Der Autor kommt zur Schlussfolgerung, dass entlang der sozialhistorischen Knotenpunkten des letzten Jahrhunderts eine bedeuten­de ethnische Umstrukturierung in der untersuchen Re­gion stattgefunden hat, die eine Änderung im Bereich der wirtschaftlichen, konfessionellen und politischen Po­sitionierung einzelner Ethnien zur Folge hatte. Nach dem vollständigen Verschwinden der Juden und nach dem Exodus der sächsischen Bevölkerung sind heute nur noch einige ältere sächsische Familien geblieben. Die rumänische Ethnie hat ihre zu Beginn des Jahrhunderts dominante Position in der ethnischen Zusammensetzung der Region wesentlich gestärkt. Die kulturell nicht ein­heitliche Zigeunerbevölkerung ist heute in der ethni­schen Struktur der Region mit hohem Anteil vertreten. Ihr größter Teil befindet sich im Zustand der tiefsten dörf­lichen Armut, zudem eigentlich ohne politische Vertre­tung. Die ungarische Ethnie ist in der politisch/Macht- struktur der Region etwas überrepräsentiert anwesend. Obwohl nach dem Systemwechsel die Landwirtschaft an Bedeutung etwas eingebüsst hat, ist jede Gruppe der dörflichen Population an landwirtschaftlichen Tätigkei­ten beteiligt, die meisten durch pluriaktive Wirtschaft und autarke Lebensmittelherstellung. Auf der Grundlage der historischen Wichtigkeit des Weinbaus und der Wein­herstellung und als Ergebnis der Selbstorganisierung der dörflichen Agrarelite sind wichtige symbolische, wirt­schaftliche, politische und gemeinschaftliche Rollen spie­lende Initiativen entstanden (Agrarvereine, Weinritteror­den). Obwohl in einigen Gemeinden die Bedeutung von Arbeitsplätzen, die hauptsächlich mit dem Energiesek­tor, der Backindustrie, einem ausländischen Agrarinves­tor oder dörflichen Kleinunternehmen verbunden sind, nicht zu unterschätzen ist, bleibt die wichtigste Einnah­mequelle der Gesellschaft auf dem Lande weiterhin bei den städtischen Arbeitsplätzen, zu welchen sie täglich pendeln, ausgenommen die Zigeunerbevölkerung, die seit einiger Zeit massenhaft als Gastarbeiter im Ausland ihren Lebensunterhalt verdient. 207

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