Cseri Miklós – Bereczki Ibolya (szerk.): Ház és ember. A Szabadtéri Néprakzi Múzeum Évkönyve 23. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2011)
GAZDA KLÁRA: Egy háromszéki földbirtokos család és kapcsolatrendszere
Klára Gazda CONNECTIONS OF A LANDOWNER FAMILY IN HÁROMSZÉK This essay studies the history and connections of a landowner family in Zágon, by manuscripts, photographs small-prints, which were preserved in the family's archives, with 21 2 obituary notices dated between 1 890 and 1 960, and a descendant's life story. The people in this family are collective noble soldier Székelys - half-nobles, small- and middle nobles - landowners and/or descendants of intellectuals. Given that the internal borders of this social group were really uncertain, unsettled, their accurate feudalistic classification is uncertain. Looking at the life story genus and its cognatic kinship, which can be traced back to the 16th century, and the habits of choosing their spouse of the last 4-5 generations, we can see the endogamy within the group or at times between two families. The life story of the ancestry reflects the socialhistorical changes of the 20 t h century, which had an effect on subsistence and lifestyle as well. The essential means of traditional, and later capitalistic farming (private properties, common woods, stocks) seized by the totalitarian system, the discreditation, the humiliation, the restraint of free movement of the intellectual and estate owner class led the family to a financial and moral failure, and deprived its young members of education. The second half of the study based on obituary notices, deals with the social network of the family. The characterization of the status, profession, social commitment/responsibility and cultural activities of the people in the family's acquaintanceship, allow us to see into the social and economic history and cultural relations of Háromszék in the 19 t h and 20 t h century. Klára Gazda EINE LANDBESITZERFAMILIE UND IHR SYSTEM VON BEZIEHUNGEN IN DER VERWALTUNGSEINHEIT HÁROMSZÉK Der Aufsatz untersucht die Geschichte und das System von Beziehungen einer Landbesitzerfamilie in Zágon. Die untersuchten Dokumente sind: Manuskripten im Familienarchiv, Fotos, Druckmaterial, darunter 21 2 Todesanzeigen zwischen den Jahren 1 890 und 1 960, sowie die Erzählung der Lebensgeschichte eines Familienmitglieds. Die erwähnten Personen sind Nachkommen von Seklersoldaten im kollektiven Adelsstand - im Halb-, Klein und Mitteladelstand - von Landgutbesitzern und/oder Intellektuellen. Die internen Grenzen dieser Gesellschaftsschichten waren flexibel und veränderlich, genauer gesagt, ihre Kategorienzuordnung aus dem Feudalzeitalter ist in vielen Fällen unsicher. Bei der Behandlung der bis zum 16. Jahrhundert zurückführbaren Vorgeschichte des Geschlechts und der Blutsverwandte, sowie der Partnerwahlbräuche in ihren letzten 4-5 Generationen, wird die Endogamie innerhalb der Gesellschaftsgruppe, und manchmal zwischen zwei Familien, deutlich zum Vorschein gebracht. Die Lebensgeschichte der Vorfahren spiegelt die im 20. Jahrhundert stattgefundenen gesellschaftshistorischen Änderungen wider, die ihre Auswirkungen im Lebensunterhalt und in der Lebensweise gleichermaßen merken ließen. Die Konfiszierung der Ressourcen, die die Grundlage der traditionellen und später der kapitalistischen Wirtschaft ausmachten (Privatgrundstück, Gemeinwälder, Aktien) durch das totalitäre Regime, das Unglaubwürdigmachen, die Demütigung, die Einschränkung der Bewegungsfreiheit der Landbesitzer- und Intellektuellenschicht ließen die Familie finanziell und moralisch banktrottieren, und beraubte die jungen Familienmitglieder der Möglichkeit weiter zu studieren. Der zweite Teil des Aufsatzes beschäftigt sich mit den gesellschaftlichen Beziehungen der Familie aufgrund der in den Traueranzeigen enthaltenen Informationen. Mit der Charakterisierung der Personen im Bekanntenkreis je nach Status, Beruf, soziale Rolle und kulturelle Tätigkeit gewährt er Einblick in die Gesellschaft- und Wirtschaftgeschichte und kulturelle Verhältnisse in Háromszék im 1 9-20. Jahrhundert. 124