Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 18. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2005)

TÓTH BOGLÁRKA: A csíkmenasági Adorján-ház

Boglárka Tóth DAS ADORJÁN-HAUS IN CSÍKMENASÁG Das Haus der adligen Seklerfamilie Adorján in Csikmenaság (heute Rumänien, Komitat Hargita) zusammen mit dem dazugehörenden überdeckten Großtor wurde 1955 zum Denkmal erklärt. Das Wohnhaus ist seit den achtziger Jahren nicht mehr bewohnt und seitdem hat sich der Zustand des Hauses und des Tores ständig verschlechtert. Das Dach war mehrfach eingestürzt und das Gebäude wurde lebensgefährlich. Die Autorin hat im Wohnhaus vor seiner Restaurierung im Jahr 2001 eine detaillierte Ermessung des Zustandes, eine Gebäudeerforschung, sowie eine dendrochronologis­che Prüfung durchgeführt. In diesem Aufsatz pub­liziert die Autorin die baukundigen Ermessungen, eine detaillierte Zustandbeschreibung sowie die auf­grund der Forschungsergebnisse rekonstruierte Baugeschichte. Das Großtor (Bild 3.) des Adorjän­Hofes wurde laut seiner Inschrift 1828 von Imre Adorján errichtet. Das Wohnhaus ist ein über dem Steinkeller, auf Steinfundament gebautes Blockhaus und gehört aufgrund seines Grundrisses zum meist entwickelten Typ der Häuser mit offenem Vorraum im Seklerland: vom offenen Vorraum in der Mitte des rechtwinkligen, dreigeteilten Hauses öffnen sich in östliche Richtung die erste und in westliche Richtung die hintere Stube. Der innere, nördliche Teil jeder Räumlichkeit geht auf je eine Kammer (Bild 6.). Eine Besonderheit des Hauses besteht darin, dass der Zugang zum steingewölbten Keller nicht nur von offenem Vorraum, sondern auch von der hinteren Stube, auf einer Bogentreppe (Bild 7.) möglich ist. Eine Vorlaube mit Balustrade begleitet die Süd- und die Ostseite des Hauses. Im Gebäude wurden zwei Inschriften mit Baudatum vorgefunden. Laut Inschrift auf einem Deckenbalken der hinteren Stube wurde das Haus im Jahr 1797 von Imre Adorján gebaut, die Inschrift in der ersten Stube hingegen erwähnt, dass das Haus 1835 vom jüngeren Imre Adorján neugebaut wurde (Bilder 17.-19.). Weitere Besonderheit des Hauses sind die in Form eines Tannenzweiges gelegten Deckenbretter der ersten und hinteren Stuben, sowie die Ornamente auf der westlichen Fassade (Bilder 15.-16.) Die Baugeschichte des Adorján-Hauses lässt sich aufgrund der Gebäudeerforschung, der Analyse der auf uns gebliebenen schriftlichen und bildlichen Quellen, des Vergleichs mit ethnographischen Parallelen, sowie der von den ehemaligen Bewohnern gesammelten Angaben rekonstruieren. Die Ergebnisse der Gebäudeerforschung und der den­drochronologischen Probenentnahmen lassen darauf folgern, dass das heute bestehende Gebäude in einer einzigen Periode, nach unserer Voraussetzung im Jahr 1835 gebaut wurde. Die Deckenbalken und Bretter der hinteren Stube sowie der ähnlich verzierte Deckenbalken des offenen Vorraums stam­men wahrscheinlich aus einem 1797 gebauten Wohnhaus und wurden hier später verwendet. Dieses ältere, 1797 gebaute Haus lässt sich mit einer Vorraum-Kammer hinter dem Vorraum-große Stube­Seitenkammer-Einteilung rekonstruieren (Bild 25., 1.). 1835 erbaute der jüngere Imre Adorján einen Steinkeller und darüber ein neues dreiräumiges Haus (Bild 25., 2.). Laut ihrer Inschrift wurde die Vorlaube vier Jahre später vor das Haus gebaut (Bild 25., 3.). Später wurde die Trennwand zwischen den zwei Kammern hinter dem offenen Vorraum abge­brochen, damit der Backofen Platz hatte, und bald wurde ein separates Backhaus gebaut (Bild 25., 4.). Der mit Kacheln versehene Kamin in der hinteren Stube konnte rekonstruiert werden. Die Kammer hinter der Stube wurde auch mit diesem Kamin ­über eine breitere Öffnung - geheizt. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts wurde der Kamin durch einen eisernen Sparherd ersetzt, gleichzeitig wurde die bre­ite Öffnung zwischen Stube und Kammer zuge­mauert (Bild 20.). Heute ist das Gebäude im Besitz des Denkmalschutzvereins von Csik, Hausmitte, Dachstruktur und Bedachung wurden bereits restauriert.

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