Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 16. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 2003)

JUHÁSZ KATALIN: A famelencétől a fürdőszobáig. Adalékok a paraszti tisztálkodás eszközkészletének és helyének változásához a 20. század első felében

VON DER HÖLZERNEN WASCHSCHUSSEL BIS ZUM BADEZIMMER Änderungen in den Gegenständen und des Ortes der Körperpflege der Bauer in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts Bestimmendes Element des komplexen Kulturwechsels, das mit der Verbürgerlichung der Bauer verbunden ist, die völlige Umgestaltung der Wohnhäuser, Wohnkultur, Lebensweise und Mentalität. Dieser Prozess lässt sich auch in den Änderungen der Gewohnheiten im Bereich der Körperpflege gut verfolgen. Diejenigen archaischen Bräuche der Körperpflege der Bauer, die im 19. Jahrhundert noch allgemein üblich waren, blieben zu Beginn des 20. Jahrhunderts nur noch für die meist rückständigen Schichten charakteristisch. Die Ausnützung der natürlichen Wasserquellen, die sparsame Benützung des Wassers und die "umweltfre­undlichen" Waschmethoden verlangten eine typische Körpertechnik. Die Wohnverhältnisse und die Schwierigkeiten, die mit der Wäsche der archaischen Leinenkleidung verbunden waren, ermöglichten keine häufigere und gründlichere Körperpflege - und es war auch nicht nötig. Wie oft sich die Leute gewaschen haben, hing auch von der Jahreszeit ab. Zu einem Bad zu Hause gaben außerordentliche Ereignisse Lebenswende, Kalenderfeste, Geburt oder Krankheit ­Anlass, und oft im Rahmen einer rituellen-magischen Funktion. Das enge Nebeneinanderleben, die Wohn- und Wohnungsverhältnisse erlaubten kaum die Gestaltung von intimen Räumen, bzw. von einem ständigen zur Körperpflege bestimmten Ort im Haus. Eine institutionelle Aufklärungstätigkeit übermittelte an der Wende der 19.-20. Jahrhunderte das Modell für das bäuerlich-bürgerliche Körperpflegesystem. Bezeichnend dafür ist eine Gegenstands- und Raumbenützung, die im Vergleich zu früheren Zeiten etwas differenzierter ist. Seit dem Beginn des 20. Jahrhunderts erscheinen in immer mehr Haushalten die als Massenware verkauften Metalleimer, in denen Wasser geholt und aufbewahrt wurde, Kannen und Waschgestelle, und die Seife wurde auch allgemein ver­breitet. Außer den hausgemachten Leinenhandtüchern wurden fertig gekaufte, oder in Meter gekaufte und zu Hause genähte Handtücher in Gebrauch. Ein ständiger Ort für Körperpflege entstand in der rauchfreien Küche, oder seltener in der SUibe und wurde mit den erwähnten Gegenständen eingerichtet. Obwohl die Methode der Wasserversorgung unverändert blieb, wuschen sich die Leute häufiger und mehr regelmäßig. Die körperliche Sauberkeit wurde nämlich auch zu einer moralischen Verpflichtung. In der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen wurde das Waschen zweimal am Tag, sowie das sich vom Kopf zu Fuß Waschen einmal in der Woche zur allgemein verbreiteten Norm. Der bürgerlichen Prüderie entsprechend fand das Waschen von den übri­gen Familienmitgliedern getrennt statt. In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts stellte das tägliche Waschen des ganzen Körpers in einem Badezimmer mit fließendem Wasser - oder an einem vom gemeinschaftlichen Raum gut abgesonderten Ort ­das Wesentliche des Körperpflegesystems dar, wie es aber nur für die völlig verbürgerlichte Stadtbevölkerung sowie die engste Dorfelite praktizierte. Das bürgerliche Körperpflegemodell lässt sich durch zugenommenen Wasserverbrauch, die Anwendung von verschiedenen Pflegemitteln und Gegenständen, sowie durch die Erscheinung der Umweltverschmutzung charakter­isieren. *** Der Prozess der Verbürgerlichung ist immer relativ und nicht einheitlich, zwischen den Perioden lassen sich keine genauen Grenzen feststellen. Wir können unzäh­lige Varianten der Annahme von neuen Kulturelementen und der gleichzeitigen Bewahrung von alten Elementen beobachten. Die wohlhabenden und/oder eher dem Bürgertum sich anpassenden Schichten gingen mit der Einführung von Neuerungen voran und gaben damit den weniger fortschrittlichen Mitgliedern der Gesellschaft in ihrer Umgebung Beispiel. Wie weit eine Person oder eine Familie dem Modell des Bürgers nahe kommt zeigt die Tatsache, ob sie die angeschafften Neuigkeiten tat­sächlich benützen oder ob diese nur zu Repräsentationszwecken dienen.

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