Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 12. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1998)
MERIKE LANG: Észt Szabadtéri Múzeum. Alapkoncepció és a fejlődés jelenlegi tendenciái
Bauelement mit Lichteffekt separat betont wird. Dadurch bietet also der Sassi-Jaani-Hof eine lehrreiche Einführung zur ganzen Ausstellung des Freilichtmuseums. Die Deutungsprinzipien der Ausstellung des Estnischen Freilichtmuseums kann man wie folgt kurz zusammenfassen: 1. statische Innenausrüstungen zur Vorstellung von zeittypischen Lebensbedingungen und -Situationen, wobei der Besucher mit Hilfe seiner Phantasie über die Ausstellung nachdenken kann; 2. Aktive Bauemhofführer, die dem Besucher über erweiterte Themen Auskunft geben; 3. Handwerkervorführungen und alltägliche Tätigkeiten mit Erklärungen und mit der Möglichkeit für die Besucher, sich an diesen teilzunehmen; 4. Chronik eines konkreten Bauernhofes (Biographie der Bewohner) in Form einer VitrinenAusstellung in einem Nebenraum oder in einem thematischen Hausinneren; 5. Betonung oder Erklärung eines bestimmten Ereignisses mit Hilfe von technischen Mitteln (Ton, Bild) oder Mannequins; 6. Tierhaltung in dafür speziell errichteten Ställen; 7. Errichtung von Bauerngärten, die bis jetzt unzulänglich vertreten sind; 8. Ein Grundkurs über Volksbaukunst, um die Besonderheit eines Freilichtmuseums als Architekturmuseum hervorzuheben. Wir möchten das Museum unter keinen Umständen völlig lebhaft machen, da wir eine aggressive Aufdringlichkeit mit Hinsicht auf die Besucher ebenfalls verhindern möchten. Gleichzeitig sollten genügende Möglichkeiten vorhanden sein, um das im Museum erhaltene Wissen maximal weiterzugeben. Eine ziemlich neue Tendenz im der estnischen Muséologie stellt die sog. Museumbildung dar, d.h. Aktivitäten für besondere Zielgruppen, eine Initiative des Museums. Das Estnische Freilichtmuseum begann 1994 mit seinem Projekt „Museum der Kinder". Das „Museum der Kinder" kann als einer der verschiedenen Aspekte der allgemeinen kulturfördernden Bildungsarbeit im Museum aufgefaßt werden. Es bezweckt eine gründliche Einführung in die Volkskultur, eine Ergänzung zum Schulunterricht in Geschichte und Landeskunde, eine Popularisierung des Museums und des Museumberufes und somit die Bildung des Besuchers. Als Folge der großen Nachfrage werden an Feiertagen - Fasnacht, Ostern, Johannistag, Weihnachten - großartige Programme für das Publikum veranstaltet. Eines der Höhepunkte der Ereignisse im Estnischen Freilichtmuseum ist die Handwerkermesse. Neben den oben erwähnten jährlichen Ereignissen und der systematischen Arbeit in den vergangenen Jahren hatte das Estnische Freilichtmuseum den Mut temporäre Ausstellungen und Vorführungen zu organisieren, die Diskussionen hervorriefen und die estnische Muséologie und das Publikum schockierten. Im Jahre 1994 verwirklichte das Museum ein großes Projekt anlässlich des nationalen Sängerfestivals. Die Ausstellung „Woher der Bauer seine Lieder nahm" war in den Räumen des Estnischen Historischen Museums untergebracht. Die traditionellen Museologen-Ethnographen waren schockiert, weil den historischen Objekten als solchen keine individuelle Bedeutung beigemessen war. Die Räume waren mit namenlosen Gegenständen ungeordnet oder in figurativen Kompositionen zusammengestellt gefüllt, die eine symbolische Bedeutung hatten. Als Klanghintergrund waren alte estnische Volkslieder, Arbeitsgeräusche, Lallen von Babys, Lustigkeit im Wirtshaus zu hören und es waren sogar Geruchseffekte zu riechen, um damit dem Besucher bewusst zu machen, dass die estnischen Lieder auf dem Boden des alltäglichen Lebens und der ausgestellten banalen Gegenständen entstanden waren. Dies war die erste konzeptionelle Ausstellung in Estland. Im Dezember 1996 wurde während den dreitägigen Weihnachtsprogrammen im Sassi-Jaani-Hof ein Happening mit dem Namen „Tigersprung" veranstaltet. Der große Trockenraum eines alten Bauernhauses war mit modernem Luxusmöbel und dem neuesten Haushaltzubehör vollgestopft, die Kontrastwirkung ausnützend. Im Raum „wohnte" ein lustig in Tracht gekleidetes Paar, dessen Dialoge und Herumsausen ein spöttisches Licht auf die innere Leere des heutigen materialistischen Menschen warfen. Neben den lebhaften kulturellen und bildenden Tätigkeiten widmet sich der kleine Museologenstab des Estnischen Freilichtmuseums einer gigantischen Arbeit: die ethnographische Sammlung, bestehend aus 56 000 Objekten sowie das Photo- und Negativenarchiv müssen elektronisch verarbeitet werden, die Museumspublikationen müssen nach dem 20 jährigen Stillstand der Sowjetära erneuert werden, ein System von modernen Wegweisern für die Ausstellung muss ausgearbeitet werden, Kommunikations- und Sicherheitssysteme sind dringend benötigt, usw. Gleichzeitig müssen die Probleme im Zusammenhang mit den alten Bürogebäuden und den zu engen Lagerräumen gelöst werden.