Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 12. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1998)

SZENTI TIBOR: A hódmezővásárhelyi hagyományos épületek falai és építőanyagai

Tibor Szenti WÄNDE UND BAUMATERIAL DER TRADITIONELLEN GEBAUDE IN DEN EINZELHÖFEN IN HÓDMEZŐVÁSÁRHELY . In Hódmezővásárhely besaß im Feudalsystem nur der Gutsherr das Recht zum Ziegelbrennen, deshalb fer­tigte das Volk in der Umgebung seine Behausungen aus Erde. Die Wärme- und Schallisolierung dieser Bauten sind heute noch beispielhaft. Erwähnen wir zuerst die Wellerwand. Die dazu benötigten Ziegel wurden in den Einzelhöfen aus Erde von schlechterer Qualität geschlagen. Als Bindemittel wurden Rüttstroh und Spreu genommen. Die Ziegel wurden an der Sonne getrocknet und beim Bauen ohne Fundament ca. 50-60 cm breit (Lchmung inbegriffen) aufeinander geschichtet. Die Ziegel wurden mit dünn­flüssigem Lehm zusammengeklebt, wozu ebenfalls Rüttstroh und Spreu beigemischt waren. Der Piseebau oder Stampfbau wurde so gefertigt, dass zwischen zwei Bretter Erde gestampft wurde. Eine Schicht war jeweils ca. 60 cm breit (spätere Lehmung inbegriffen) und ca. 28-32 cm hoch. Schilf, Reisig, Stroh, Riedgras, usw. dienten als Bindemittel. Sie wur­den entweder gleichmäßig in die Erde gemischt oder wurden auf die Erdschicht gestreut und eingestampft, wonach die Erdschicht bespritzt wurde. Der Stampfbau wurde oft mit Leisten und längeren Stangen verstärkt. Bei Pfahlkonstruktionen waren beide Bauweisen möglich, d.h. Wellerwand oder Stampfbau. Sie sind dort anzutreffen, wo Grundwasser und Überschwemmungen vorkommen. In 2,5-3 m Abständen wurden starke Pfahle vertikal in den Mauern befestigt, die oben durch die Decken- und Dachkonstruktion verbunden waren, wodurch der ganze Bau über ein einheitliches Pfahlgerüst verfügte. Aus Lehmziegeln errichtete Einfriedungen waren auch bekannt. Solche haben meistens den Auslauf vor den Ställen vom sauberen Hof des Hauses getrennt. Der Ziegel als Baumaterial verbreitete sich in den Einzelhöfen erst in der zweiten Hälfte des 19. Jahr­hunderts. Zu Beginn wurden Ziegel im Fundament von größeren Bauten, für Schornsteine, für Giebel an der Schmalseite sowie für Gehwege verwendet, aus bogen­förmigen und Formziegeln wurden Öfen gemacht und Brunnenziegel kamen in den Brunnenschacht als Verschalung. Der gebrannte Dachziegel als Schutt wurde zuerst zur gestampften Erde zur Verstärkung beigemischt, diente als Fundament von Öfen, mit ihm wurden der Fuß von Wänden und der Gehweg bedeckt. (Am Ende des 19. Jahrhunderts wurden die Dächer bereits mit Biberschwanzziegeln bedeckt). In den Einzclhöfen wurde auch Holz als Baumaterial verwendet. Beim Bauen von Strohlehmwänden wurden Leisten mit Lehm beworfen. Trennwände wurden aus Brettern errichtet, unter dem Vordach wurden Holz­brüstung, an der Schmalseite des Daches Brettergiebel erstellt und die Wand über dem Futterstand im Stall wurde mit Holzlatten verschalt. In die Wände der Innenräume wurden Nischen und Schränke gehauen, an die Wände wurden Regale befes­tigt. Die Wand bot also auch Abstellfläche und war als solche nützlich für die Einwohner. Die Wände in den Einzelhöfen bedurften regelmäßi­gen Unterhalts. Zweimal im Jahr, im Frühling und im Herbst wurden sie gewellert, geweißelt und am Fuße mit einem 30-40 cm breiten schwarzen, seltener mit ockerfarbenem Streifen betont. Nach dem Ersten Weltkrieg erschienen in den wohlhabenderen Bauernhöfen die farbigen Wände und die Zimmermaler machten Gebrauch von Papierschablonen bei ihrer Arbeit.

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