Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 8. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1992)

BALASSA M. IVÁN: A mándi református templom története

Iván M. Balassa DIE GESCHICHTE DER REFORMATORISCHEN KIRCHE AUS MÁND Das zentrale Gebäude der Lanschaftseinheit obere Theißge­gend ist die aus Mánd herübertransportierte reformatorische Kirche. Die Bestimmung ihres Baujahres schien lange Zeit problemlos zu sein, da dieses im mitteleren Feld der Kirchen­decke mit weiteren Umständen des Baus zusammen verewigt wurde: 1790. Eine neue, in erster Linie mit der Einrichtung der Kirche verbundene Untersuchung wies jedoch zahlreiche Wi­dersprüche auf, die es notwendig machten, auch die Baukonst­ruktion zu untersuchen. Im Laufe dieser Untersuchung kamen neben den Folgerungen aus der Baukonstruktion und den verg­leichenden Angaben auch solche Dokumente zum Vorschein, die dafür zeugten, daß das Kirchengebäude 200 Jahre früher errichtet wurde, als es früher vermutet war. Eines der wichtigsten Daten ist es, daß noch beim Abbau der Kirche für den Transport eine Jahreszahl auf dem den Schiff von der Apsis trennenden Triuphbogen gefunden wurde, die damals falsch interprätiert wurde. Die richtige Lesung der Jah­reszahl ist 1582 oder 1587, und das stellt die Geschichte des Gebäudes in ein völlig neues Licht, und ermöglicht es, endlich reale Bauepochen festzulegen. Die Kirche wurde also Ende des 16. Jahrhunderts gebaut, damit kann z. B. erklärt werden, daß bei den Fenstern Kielbö­gen in die Sturzbalken geschnitz wurden. Es ist ebenfalls wahr­scheinlich, daß derzeit die Holzkonstruktion als Dekoration an der Fassade sichtbar war, d. h. die Kirche war nicht nur in der Konstruktion, sondern auch vom Aussehen her ein Fachwerk­bau. In der nächsten, genau noch nicht bestimmbaren Bauperiode - wahrscheinlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts ­war die wichtigste Veränderung, daß die Kirche eine bemalte Kassettendecke bekam, deren Reste beim Abbau an den son­derbarsten Stellen aufgefunden wurden (im unteren Teil des Chors, als Vorplatten der Bänke, als Traufenbretter), von de­nen 12 Kassetten zusammengestellt und in der Kirche ausges­tellt werden konnten. Wahrscheinlich wurden in dieser Periode die beiden Barocktüren und ihre Rahmen gemacht. Vielleicht wurde bereits damals das bis dahin sichtbare Fachwerk ver­hüllt: Mit dem Verputzen wollte man die Kirche den "moderne­ren" Steinkirchen ähnlich machen. 1787-1791 dauerte der nächste Umbau. In dieser Periode wurde die frühere Decke mit dem heutigen ausgetauscht, die Emporen in die östliche und die westliche Seite der Kirche eingebaut, sowie die Kanzel mit dem Schalldach und wahr­scheinlich sind auch die östlichen und westlichen Bänke in die­ser Periode entstanden. Auf Grund der vergleichenden Unter­suchung ist auch der Meister dieser Umbauphase bekannt: Gábor Vasvári Ódor, dessen Handarbeit zahlreiche Kanzelkro­nen und sonstige Einrichtungen (z. B. Bänke) in den Kirchen der umliegenden Dörfer loben. Um die Jahrhundertwende des 19. zum 20. Jahrhundert wurde vor den westlichen Eingang der Kirche ein kleiner Vor­raum aus Lehmziegeln gebaut. Als "letzte Bauphase" kann dann der Abbau der Kirche in den Jahren 19674-75 bezeichnet werden, als die Teile der Baukonstruktion nach Szentendre geliefert und dort 1975-77 wieder aufgebaut wurden. Dabei wurde im wesentlichen derjenige Zustand rekonstruiert, in dem sich die Kirche 1791, nach der Anfertigung der Einrich­tung von Gábor Vasvári Ódor befand. Die äußere Erscheinung der aus Mánd herübertransportier­ten reformatorischen Kirche wurde im Ethnographischen Frei­lichtmuseum immer so bezeichnet, daß es aussieht wie die spät­mittelalterlichen Kirchen. Es scheint aber eher so zu sein, daß sie es wirklich ist, und nicht nur so ausseieht. Das Ende des 16. Jahrhunderts errichtete Gebäude ist auch deswegen wichtig, weil es an sich der einzige Zeuge der ehemaligen kirchlichen Holzbauten ist. ein solches Beispiel, anhand dessen man sich vorstellen kann, wie die anderen ähnlichen Kirchen sein moch­ten, die nicht nur wegen der Zeit, sondern auch wegen der Witterungen unserer Geschichte verschollen sind.

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