Cseri Miklós, Füzes Endre (szerk.): Ház és ember, A Szabadtéri Néprajzi Múzeum évkönyve 7. (Szentendre, Szabadtéri Néprajzi Múzeum, 1991)

HOFFMANN TAMÁS: Az épületfa, az erdő hasznosítása, sőt irtása az Alpoktól északra

DAS BAUHOLZ UND DIE AUSBEUTUNG, SOGAR AUSROTTUNG DER WÄLDER NÖRDLICH DER ALPEN Ein Drittel des europäischen Kontinents ist immer noch von Wäldern bedeckt. Früher war die waldbe­deckte Fläche noch größer, in den vergangenen zwei Jahrtausenden wurde aber fast die Hälfte der Wälder ausgerottet. Im Mittelmeerraum Europas ist die Ver­ödung am anschaulichsten, am wenigsten bedeutend ist es im Osten und im Norden und mittelmäßig nördlich der Alpen (wo sich Laubwälder, vor allem Eichenwäl­der erstrecken). In erster Linie kann diese Tatsache durch die Zunahme der Kulturlandschaft, also durch die Ausbreitung der Ackerländer unter dem Druck der menschlichen Vermehrung erklärt werden. Zwei Kul­minationspunkte können beobachtet werden: zum ersten Mal wurden die Wälder im Mittelalter (10-14. Jahrhundert) massenweise gefällt, als die Zahl der Sied­lungen sprunghaft zunahm, zum zweiten Mal am Vora­bend der industriellen Revolution (17-18. Jahrhun­dert), als das Holz wegen des zunehmenden Energieans­pruchs der verschiedenen Industriezweige verbrannt wurde. Das Bauholz erreicht durchschnittlich während drei Generationen die für einen Tragbalken notwendige Stärke. Bauholz kann also nur in einem Wald gefällt werden, der mehrere Generationen hindurch gelichtet worden war, um die ausgewählten Stämme wachsen zu lassen. Die Gewinnung des Bauholzes wurde aber mit der Zeit - und der Verminderung der Wälder - zum wichtigen Wirtschaftszweig der sonst rückständigen Waldgebiete. Harthölzer wurden durch schnell wach­sendes Nadelholz ersetzt und die gefällten Baumstämme wurden auf dem Wasser heruntergeflößt und zur Verar­beitung befördert. Dieser Prozeß setzte bereits im Mit­telalter ein und kam in den vergangenen zwei-drei Jahr­hunderten zum Höhepunkt. Obwohl neben der Bautätigkeit auch die Ansprüche der Schiffszimmermänner zur Ausrottung der Wälder beitrugen, liegt der Hauptgrund der Ausrodung doch in der erzwungenen Erweiterung der Ackerf aider. Ob dies durch das Anzünden der Wälder, also durch eine Brand­rodung erfolgte, dafür haben wir keine konkreten Be­weise. Beschrieben wurde diese Methode auf unserem Kontinent nur auf Gebieten, wo die Nährkraft der Erde schwach gewesen war und durch die Holzasche berei­chert werden mußte. Allerdings wurden nördlich der Alpen bereits vom 16. Jahrhundert an überall strenge Waldmaßnahmen eingeführt, und die Grundbesitzer waren bestrebt, die Bauern aus dem Recht der gemein­samen Benutzung des Waldes auszuschließen. Es ist nicht zu leugnen, daß im Waldbestand nicht nur der menschliche Eingriff, sondern auch das Klima Ver­änderungen verursachte. Während der einzelnen Pha­sen der klimatischen Schwankungen ist eine Verände­rung der Sortenzusammensetzung festzustellen, was na­türlich nicht nur die Entwicklung der Flora, sondern auch die der Fauna beeinflußte, und dadurch auch das Schicksal des Menschen bestimmte. Die nacheinander folgenden Wellen (die mit den kulturschaffenden Um­welteingriffen des Menschen zusammentrafen) verän­derten die Hydrographie und den Zustand der Wälder, sowie die Zusammensetzung der Sorten. Dabei erwiesen sich der Werkzeugbestand und das Handwerk des Zimmermanns an sich als eine konserva­tive Beschäftigung in technologiehistorischem Sinne. Das Beil (das in der Eisenzeit, und später im Mittelalter durch das Breitbeil ersetzt wurde), der Keil, das Stem­meisen und der Holzschlägel sind seit der massenhaften Verarbeitung des Eisens kontinuierlich gebrauchte Werkzeuge, die dann später durch die Schnitzbank und das Zugmesser noch ergänzt wurden. Zwar bekannt, wurde die Säge (unter anderen die von den Römern bekannte Gattersäge) und der etwa seit zweitausend Jahren bekannte Hobel kaum benutzt. Neben den Zim­merleuten waren die Böttcher und die auf der Ebene des traditionellen Bauernhandwerks tätigen Bauern die Verwahrer dieser Technologie. Die Typologie der Trag­balkenstruktur der Gebäude veranschaulicht die erfolg­reiche Sparsamkeit beim Umgehen mit dem Holz. Am wichtigsten ist die allgemeine Verbreitung der aus Holz­balken gezimmerten Tragekonstruktion, anstatt der aus Balken gezimmerten Holzwände, was nördlich der Al­pen in den Jahrhunderten des Mittelalters erfolgte. Die Holzkirchen wurden beispielsweise vom 16. Jahrhun­dert an nur in Ostmitteleuropa und Nordeuropa in Blockbauweise errichtet, nördlich der Elbe wurden diese vom Fachwerk, dem Backstein und dem Stein (sich von süden zum Norden hin verbreitend) abgelöst. Das gleiche geschah dann im Falle der städtischen Pro­fanbauten. Von da aus verbreiteten sich dann nach dem Mittelalter die verschiedenen Typen des Bauernhauses, die die Erfahrungen der städtischen Bauweise wider­spiegeln. Sogar die Dachkonstruktionen zeugen dafür, daß Materialverbrauch und Zeitaufwand im Verhältnis 2/3-1/3 zueinander stehen, und daß dieses Verhältnis erst gegen Ende des Mittelalters ein verkehrtes wird. Vielleicht war das jenes Erbgut, das die Formenwelt der bäuerlichen Architektur bestimmte.

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