A Kassák Múzeum kiállítási katalógusai, kisebb kiadványai

Molnár Farkas

FARKAS MOLNÁR 1897-1945 Farkas (Wolfgang) Molnár wurde in Pécs geboren. Er wollte ur­sprünglich Maler werden. Nach einem Studium von zwei Semes­tern an der Hochschule für bildene Kunst in Budapest absolvierte er drei Jahre an der Technischen Universität, im Herbst 1921 ließ er sich nach einer Studienreise in Italien in das Weimarer Bauhaus einschreiben. Seine Laufbahn als Maler und Graphiker begann mit dekorati­ven Stilleben-Bildern in Pécs. Der Einfluß des Jugendstils ist auf seinen illustrierten Zeichnungen, die bis 1920 entstanden, deutlich wahrzunehmen. Die jungen Leute interessierten sich in den Jahren um 1910 in Budapest für Cézanne, Marées und die Ismen. Zur Zeit des ersten Weltkriegs verstärkte sich die klassizisierende Tendenz, die sogar den ersten Aufbruch der Aktivisten beeinflußte und ihre eigenartige kuboexpressive Formsprache bestimmte. Dieser Einfluß wurde von Molnár und Dobrovics an ihre Geburtstadt Pécs weiter­vermittelt. Der Pécser Künstlerkreis wurde im Dezember 1920 gegründet. Die jungen Maler, die dem Expressionismus zugehörten, hatten im Rahmen des Kreises ihre eigene Gruppe. Die Malerei von Farkas Molnár entfaltete sich in der inspirierenden Gemeinschaft der Kunstschaffenden, die in der Baranya die für das Komitat typischen unterschiedlichen Nationalitäten und Religionen vertraten. Er arbei­tete mit Henrik Stefän im gleichen Atelier, Zoltán Csuka stellte dort die Aktivistenzeitschrift "Krónika" mit der Unterstützung von Molnár zusammen. In der unsicheren historischen Situation wandte man sich in der von den Serben belagerten Stadt intensiver der östli­chen Mystik und der Darstellung der menschlichen Angst im Spät­expressionismus zu. Diese Tendenzen traten in der bildenden Kunst oft durch eine traditionelle religiöse Thematik in einer neuen stilistischen Sprache zum Vorschein. Die ist der Fall auch bei den Bildern "Der heilige Sebastian" und "Die Beweinung" von Molnár. Sie brachten ihm Erfolg auf der Gruppenausstellung der Pécser Expressiven im März 1921. Farkas Molnár reiste danach mit seinen Freunden Stefán und Johan nach Italien. Von der Renaissance und dem Kubismus ver­zaubert zeichneten und malten sie die Motive des Stadtbildes von Orvieto und Florenz. Sie machten die betont geometrisierenden Formen der Gebäude mit den Lichtkontrasten lebhafter Farben plastisch. Sie schufen eine eigenartige Malerei der frühen neuen Sachlichkeit, in der das "Glühen" der Farben von den subjektiven Emotionen des Künstlers besimmt wird. Der ungarische Postakti­vismus wird in Pécs durch das Bild "Die Bogenschützen" am deut­lichsten demonstriert. Molnár fertigte von seinen italienischen Landschaftsbildern in der graphischen Werkstatt des Bauhauses auch eine lithographi­sche Serie von sechs Blättern. Sie wurden in einer gemeinsamen Mappe mit Henrik Stefán herausgegeben. Die Serie vertritt den expressiv-geometrisierenden Stil von Lyonel Feininger, dem Leiter der Werkstatt. Von der Theorie der Renaissance beeinflußt sieht Molnár in den Aktkompositionen die höchste Stufe der Kunst ("Menschheit", 1922). Im Bauhaus wurde er in seiner Überzeugung auch durch den Unterricht von Oskar Schlemmer bestätigt. Auf seinen Radierungen von 1923-24 stellte Molnár - vermut­lich auf Vorschlag von Sándor Bortnyik mit der Kaltnadeltechnik ex­perimentierend - die neuen Relationen von Figur und Raum, die des Menschen und der Technik, ("Der mechanische Mann", "Junge mit Drachen", 1923) dar. Er war sowohl von der elementaren Päda­gogik von Klee als auch von dem Suprematismus von Malewitsch gleichermaßen berührt. Er setzte seine manieristisch gestreckten Figuren, die in einigen Werken im Gegensatz zu den objektiven Formen der Architektur auch persönliche Gefühle zeigten, in den unendlichen Raum ("Liebespaar mit dem Haus am Horn", "Verkün­digung / Straße", 1923). Als er in Weimar die Stijl Kurse des holländischen Konstrukti­visten Theo van Doesburg besuchte, malte er immer gegenständ­liche Bilder, seine mit Linotechnik angefertigten Bildarchitekturen veröffentlichte er in der Zeitschrift "MA". Neben seiner Arbeit im Bü­ro von Gropius war er auch als bildender Künstler tätig. Er identifizierte sich mit dem Geist des Konstruktivismus. Mit dem Glauben an die rationale Neugestaltung der Welt entschied er sich endgültig für die funktionale Architektur. Als Architekt und Wer­begraphiker trat er 1923 in Weimar vor die Öffentlichkeit. Auf der ersten Ausstellung des Bauhauses erregte er mit seinem Haus "Der rote Würfel" großes Aufsehen. Er entwarf Plakat zur Jenaer Aufführung des "Mechanischen Balletts" 1923 und den Umschlag des ersten Bandes der Bauhausbücher. Im Entwurf seines U-The­aters verwendete er eine neue Raumstruktur. Als direkter Mitarbei­ter von Gropius nahm er an der Planung der Bauhaussiedlug teil. Nach Budapest zurückkehrend stellte er 1925 seine in Deutschland entstandenen Baupläne in der Galerie "Mentor" aus. 1927 erhielt er das Diplom für Architektur. 1929 nahm er an der Ausstellung anläß­lich des Frankfurter Kongresses des CIAM (Congrès Internationa­ux d'Architekture Moderne) teil, war Mitbegründer der ungarischen Sektion, 1929-1938 einer ihrer Leiter. 1931 fertige er den Entwurf für das "Kolház" (Kollektives Haus). Seit 1927 entwarf Molnár vor allen Villen und Familienhäuser, nach 1933 auch Mietshäuser. Er entwickelte auch eine rege theoretische Tätigkeit, publizierte in zahlreichen Fachzeitschriften (Tér és Forma, Magyar írás, Magyar Iparművészet, Új Föld, 100%, Reklámélet, Ipari Jövő, usw.), vertei­digend in seinen Schriften die moderne Baukunst. Als Maler schuf er um 1926 Bilder im Stil der neuen Sachlich­keit. Er befaßte sich auch mit der Technik der Fotomontage, mach­te wieder Werbegraphik, war einer der Begründer der Gesellschaft der Buch- und Reklamekünstler. Nach 1938 arbeitete er unter anderen an den Entwürfen der Ungarishen Kirche „Heiliges Land". Er wurde in seinem Budapes­ter Atelier von einer Bombe getötet. (É. B.) Megjelent Molnár Farkas születésének századik évfordulója alkalmából a Kassák Múzeum kiadványaként a Budapest Bank Budapestért Alapítvány, a Kassák Lajosné Alapítvány valamint a Márffy és Tsa Kft. támogatásával. Felelős kiadó: Praznovszky Mihály. A Kassák Múzeumban 1997. november 16-án megnyílt kiállítás képzőművészeti részét Bajkay Éva, könyvművészeti és reklámgrafikai anyagát Bakos Katalin, az építészeti részt Csaplár Ferenc rendezte. A katalógus lépanyagát a Magyar Nemzeti Galéria, a pécsi Janus Pannonius Múzeum és a Magyar Építészeti Múzeum bocsátotta rendelkezésre. A katalógust szerkesztette és tervezte: Csaplár Ferenc. A borítón Molnár Farkas KURI-kollázs című művének részlete. A nyomdai előkészítést Székelyhídi Ilona végezte. Készült az Arzenál Nyomdaipari Kft.-ben, Budapesten. ISBN 963 04 9300 4 32

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