Csaplár Ferenc szerk.: Lajos Kassák / Reklame und moderne Typografie (1999)
Ferenc Csaplár: Lajos Kassák, der Buch- und Werbegestalter
Lajos Kassák mit der von ihm entworfenen Reklamedose, Budapest 1927 Foto: József Pécsi befand sich ein Miniatur-Bauwerk aus etwa 30-40 Exemplaren des Bandes, und dem angelehnt als Erklärung zur typografischen Gestaltung des Druckwerks und zugleich als persönliche Äußerung das Manuskript des Aufsatzes „Über das Buch". Den Hintergrund bildeten, in ein geometrisches Gebilde geordnet, Exemplare des von Kassák entworfenen Plakats für die Buchhandlung und Exemplare des ebenfalls von Kassák entworfenen Proskriptionsbogens für das Buch. Kassáks Plan war zudem ein Plakat zur Anzeige des Erscheinens des Buches und eine Aktion zur Anbringung an die Litfaßsäulen. Auf diesen Showeffekt in der Werbekampagne mußte er dann allerdings wegen der ungewissen Lage vor seiner Heimkehr und in Befürchtung von Konsequenzen politischer Attacken verzichten. 6 9 Der Aufsatz „Die Reklame", im genannten Buch erschienen, wurde gleichsam sofort zu einem international bedeutenden Dokument der neuen werbekünstlerischen Bestrebungen. „Pásmo" in Brünn und „Korunk" (Unser Zeitalter) in Klausenburg-Kolozsvár publizierten ihn bereits vor dem Erscheinen des Buches. 7 0 Dank der ab Juli 1926 in der Züricher „Das Werk" veröffentlichten deutschen Fassung war die Arbeit im deutschen Sprachraum zugänglich' 1 und wurde im April 1930 auch in das der Buchkunst gewidmete Heft der Wiener „Kunst und Volk" übernommen. 7 2 1927 beteiligte sich Kassák an der mit dem Titel „Grafische Werbekunst" von der Städtischen Kunsthalle Mannheim veranstalteten, groß angelegten internationalen Ausstellung für Werbekunst. Auf der vom 7. August bis 30. Oktober geöffneten Schau war die Werbegrafik aus Ungarn außer von Kassák mit Werken von Robert Berény, Árpád Bardócz, Mihály Biró, Sándor Bortnyik und Márton Tuszkay vertreten. 73 Kassák hatte zwanzig Originalgrafiken nach Mannheim geschickt: vier Buchumschläge, einen Warenhausprospekt, vier Titelblätter für Zeitschriften, sechs klein- und zwei großformatige Plakate, zwei Postkarten und eine Reklamedose. Von diesen Exponaten sind uns als Druckerzeugnisse oder von Fotoaufnahmen bekannt: der Buchumschlag für „Ma Ungarische Gruppe" in der Reihe Bauhaus-Bücher, der Um77