Kassák Lajos: MA buch (Berlin, 1923, Facsimile: Kassák Múzeum, 1999)
im morgengestank der fischbuden arme landstreicher verhordet von der Ordnung und mit dem sterbenden gotte in sich an der rue mouffetar begegneten wir huren ich war glücklich ich freute mich ihrer daß sie so schön sind in der morgendämmerung im schräggetünchten wind standen ihre haarbüschel schräg die sonne guckte durch den diamantenflor nach ihnen von den feuermauern die ganze nacht durchwachten wir wie die heiligen und jetzt geiferte ich ihrer Zigarette nach könnte ich mir wenigstens den rücken kratzen winselte szittya der unlängst noch der messiás chiles werden wollte jemand schwang eine weiße bettdecke vom balkon wir gedachten des blonden russenknaben der von flammen lebte wie marinettis futuristischer gott und rußland mehr liebte als ein söhn die mutter jetzt wird er über die grenze geworfen und an einem blauen morgen vor dem kreml aufgehängt so helft doch brüder ihr uns ähnlichen unglücklichen söhne europas helft helft ich bin nur ein einfältiger dichter nur meine stimme hat schärfe was nützt es die tumaromer hexe mit einem papierdegen durchzustechen 12 tage saßen wir im schubhaus das nach mäusen roch 105 waren wir in einem saale bei tag und nacht bei nacht und tag nachts dachten wir an die landstraßen und mordeten wanzen früh bekamen wir warmes wasser mittags kalten brei und den ganzen tag mußten wir dem bärtigen Wächter unverständliche belgische gebete nachbrüllen während er oben saß auf einem hohen podium wie ein götze dann trug man uns in dunkelroten waggons zur französischen grenze du lieber gott also dennoch du lieber gott kommt paris davon ich singende wunder vernahm und das ich noch nicht kenne ich wußte die franzosen haben einen roten hahn im wappen 59