Kassák Lajos: MA buch (Berlin, 1923, Facsimile: Kassák Múzeum, 1999)

4 die Wärterinnen zogen uns schon durch ihre äugen 5 uhr 20 um die malariakranken qualmen die stinkenden nebelimitationen auf hei hei vertreibt aus euren ohren die flöhe und die trockenen wanzenhäute alles verwickelt sich auf der verrosteten erde alles entkleidet sich und vermählt sich im inneren mit dem all o unkontrollierbare rechnungen in den beuteltaschen der Oberkellner meine frau reckt jetzt ihre zwei nackten arme aus den tuchenten aus ihren poren entströmt mein geschmack wie der wald und die stadt aber auch sonst sind die weißen über und über errötet um diese zeit breiten sämtliche weiber ihre röcke über die weit wir müssen auch vor ihnen schon kuschen liegen vermengt in grauen eisentrögen und nur beim ausjäten der barthaare spüren wir noch daß wir männer sind die ärzte kamen mit blanken und klirrenden instrumenten an seht die erhitzten metzger sie legten ihre künstlichen zähne bei­seite und unreife mediziner hängen an ihren blicken wie Schäferhunde erlöset uns ihr menschen vom plafond rieselt uns die stille in dicken tropfen wie blei auf die stirne von turmesspitzen springen unsere ziele köpflings herunter jod und 3%-iges umschlagwasser rinnt unter uns vorüber doch wir vergessen auch die menschenställe nicht beschimpft als Parlamente durch ein verwünschtes sieb fällt alles tropfenweise hindurch glocken singen christi ankunft gesänge scherben ohnmächtig auseinander aus den äugen von autos träufelt elektrische demut aus meinen rippen bricht sie in grünem hut auf o weib o o du meine bessere hälfte voll sommer und süßen milchquellen wer würde nicht toll in den krauttopfverschüt­teten Spitälern. 18

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