Déry Tibor: Kék üvegfigurák. Elbeszélések 1920–1929. Versek 1916–1937 (Déry Archívum 2. Magyar Irodalmi Múzeum, Budapest, 1998)
Erzählungen
- Die Gedanken des Schatten! - sagte knarrend der Telegrafist. - Die heutige Börse war freundlich ... hoffnungsvolle Stimmung ... in den Anilinfabriken muss die Produktion gesteigert werden ... berr berr ... blonde Jungfrau, blonde Jungfrau, verbrenne mir nicht die Gedärme ... ich lustwandelte schon unter den Palmen Brioni's, und hinter meiner Stirne trage ich Gedichte, an den Füssen Galoschen, aber wer kennt meine Seele, Seele ... lallala ... Seele ... ich habe Hunger, das ist ein Unglück und Madame Sindral's Busen ist mit Sternen besät ... morgen um 14 Uhr ... berr ... berr ... - Infolge fremder Einwirkung Verbindung gestört - sagte der Telegrafist und steckte die Bänder in die Tasche. Der Mond erschien von Neuem vor dem Fenster und kroch summend in entgegengesetzter Richtung fort. Gazellen bewegten sich in der Sommerlandschaft. Eine alte Dame in Mieder starb fantasierend im Wald, mit Feuer um den Kopf. Sie galoppierten wie das Licht. Die Züge und die Flüsse unter ihnen blieben zurück, sie schrieen und schwammen in der Luft, um 11 Uhr mussten sie den Norfolker Bahnhof erreichen, wo die Sterne abgefertigt werden. - Böh-böh sagten sie keuchend und wischten sich den Tau von der Stirne. - Langer Weg, ... schwerer Weg ... nicht ermüden! ... nein ... - Manolescu, der grosse Hoteldieb lief lautlos durch den Korridor, die schwarzen Augenwimper hingen ihm bis zum Boden hinunter er drang in das Zimmer ein. In seiner Hand die Davy Lampe zitterte nicht. Die zerstreut herumliegenden Kleider schläferte Chloroform ein. - Verrat - schrie der Detektiv, der Schatten entfloh hohnlachend mit dem geraubten Geheimnis. Die Glasfiguren kamen zu spät. Der Gedankentelegrafist lag mit blutender Stirne tot in der Tiefe eines Abgrundes. - Bleib stehen! - riefen die Glasfiguren - bleib stehen! Der Schatten beugte sich zur Erde und ergriff den Rosinenbart eines Pilgers, hob ihn hoch, schüttelte ihn in der Luft. Die Kühe wandten ihm ihr Gesicht zu und brüllten. Sie gaben blutige Milch. - Warum tanzest du? - fragte die Grossmutter ihr Enkelkind. - Ich habe gekochte Körner gebracht, zerstosse sie vor der Türe! - Der Schatten frass die gekochten Kömer auf. In einem kleinen Bach badeten Hasen. Der Jüngste hielt ein Bouquet im Maul, der Schatten entriss es ihm und frass es auf. Kleines Tier, du musst sterben! Sanft seien deine Tage Kind! dessen Trompete der Wegelagerer raubte. Und du junges Weib die in ihrem Herzen zwischen roten Sammtpölstern das Andenken eines Seidenstrumpfes aufbewahrst, verhülle dein Gesicht und beweine dein verlorenes Leben! Die himbeerduftenden Erinnerungen hat man dir genommen alter Herr! Die starken Beine des Wandergesellen aufgefressen,