Török Dalma (szerk.): Mantel der Traume. Ungarische Schriftsteller erleben Wien, 1873-1936 (Budapest, 2011)
Die stadt als artefactum - Die vögel fliegen aus
Der Baum ist Materie; der Strom der Säfte im Baum von der Wurzel bis zum Blatt: der Geist. Der lebende, gesunde Baum; ausgeglichener Materiengeist. Der Wald: ausgeglichene Individuenmasse. Grundvoraussetzung des Gleichgewichts sind die irdischen Salze, der gemeinsame Besitz der Luft (materielle Komponente) und die naturgemäße Zufriedenheit jedes Einzelnen mit dem ihm zustehenden Teil an Sonnenlicht (geistige Komponente). | Robert Reiter: Gesellschaft, Künstler, Kunst, 1922 die Kunst ist in der Architektur restlos zu sich selbst, also zum Wesentlichen der Welt gelangt. Heute sehen wir schon klar, dass Kunst Kunst ist - nicht mehr und nicht weniger. Und nicht tendenziösen Klassen- oder Parteiinteressen dient sie, sondern sie selbst ist die reine Lebenstendenz. Unter den bisherigen künstlerischen Werken demonstriert allein die Architektur diese Lebenstendenz. So ist auch die Bildarchitektur kein „Darsteller“ des starken Gottes, des schrecklichen Krieges oder der idyllischen Liebe, sondern eine sich selbst demonstrierende Kraft! Die Bildarchitektur ist nichts ähnlich, sie erzählt nichts, sie fängt nirgends an und sie hört nirgends auf. Sie ist einfach. | Lajos Kassák: Bildarchitektur, 1922 Lieber soll das Leben ein profanes Kräftemessen sein, ein fröhlicher Sport als göttliche Komödie und höllisches Drama. Wenn jede Kultur auf den Daseinsbedingungen der Tragödie basiert, dann soll uns die Tyrannei des Absoluten lieber abhanden gehen und das Leben die sich akzentlos ausbreitende Ausgeglichenheit von Geist und Materie sein. | Ernő Kállai: E-T-H-l-K?, 1923 LINKS: LAJOS KASSÁK: TIER-COLLAGE, 1923. COLLAGE, PAPIER (KASSÁK-MUSEUM, BUDAPEST) UNTEN: BÉLA UITZ: ANALYSE XVII, 1922 LINOLSTICH, PAPIER (UNGARISCHE NATIONALGALERIE, BUDAPEST)