Schultheisz Emil: Traditio Renovata. Tanulmányok a középkor és a reneszánsz orvostudományáról / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 21. (Budapest, 1997)

7. Beitrag zur Pestliteratur des Spätmittelalters

50 seĥrif en — und vermutlich noch viele andere des 15ten Jahrhunderts in Mitteleuropa — auf die Albich'sche Fassung, den Urtext zurückzuführen sind, sie diente als Vorlage. Nach dieser Gegenüberstellung der Paralleltexte möchte ich noch einige Einzelheiten der Albicus-Hs. aus Cod. lat. 65 Budapest hervorheben. Der lateinische Text endet fol. 337a. Di­eselbe Schrift fahrt auf fol. 337b in deutscher Sprache fort. Dem Inhalt nach handelt es sich hier ausser einigen eingestreuten Pestregeln, sowie Rezepte gegen diese Seuche zumeist um Aderlassregeln, die sich aber auch gewissermassen auf Pestkranken beziehen. Der Titel dieses Abschnittes ist auf der nächsten Seite, fol. 338a zu lesen: ,,De flevotomia ... Von dem Oderlossen" (Rubrum). Von eingestreuten lateinischen Vorschriften abgesehen, ist dieses Kapitel grösstenteils auf Deutsch verfasst. Es fehlen nicht einige derbe, populäre Ausdrücke, die schon Sudhoff für Albich charakteristisch hielt und was ich in seinen andren Werken nicht selten nachweisen konnte. Im Aderlass­kapitel wird auch ,,Von der gestalt des b ų is " berichtet (fol. 338a, letzte Zeile, rubrum). Es wird zwar die Wichtigkeit des lege artis ausgeführten Aderlasses gepriesen: ,,... du sollst merken dass do grose gezundkait liegt an dem Odirlassen, So man bedarff se zu recht zait. ..", doch wird von überflüssigem Blutabzapfen öfters gewarnt und dies ganz im Sinne des Vetularius. Albicus war eben ein nüchterner Empiriker, der die iatrogenen Schäden zu gut kannte, was in seinen Werken des Öfteren zum ausdruck kommt 1 3 Fol. 337a ist ein Rezept gegen die Pest. Die wichtigsten Ingredientien sind Juniper und Absinth. Bei der Beulenpest soll ein Konfekt gegeben werden, wie es auch in der Breslauer Handschrift Ms. III. fol. 3a zu lesen ist: ,,haben £ apostema ... recipietis de confecto pesti­lenciali ad quantitatem castaneae ...". Derselbe Konfekt wird von Albich auch in der Reichenberger-Hs. No. 125, fol. 212a empfohlen, diesmal aber auf Deutsch: zu haññđt nembt des confects fuer den laujf (=Pest) als ein Kĥesten (=Kastanie) in der gross...". Weiter werden Vorschriften für die Wahl der entsprechenden Ader zur venaesectio ange­geben, z.B.: ,,Si apostema sunt in collo et in retro aureis flebotomiam habere ... apud ... cephaleo ...". Im allgemeinen eilt er mit dem Aderlass, wenn der Kranke viele Beschwerden hat, lässt dabei sich aller Speise und Trank enthalten und Theriak nehmen, wohl zugedeckt sich niederlegen, dann gesäurte Nahrung geniessen. Vieles deckt sich wieder mit Albich's ,, modus meus practicandi in pestilencia" wie dies im Vetularius (fol. 22a) steht. Wie ein­gangs schon erwähnt, besteht der Kodex aus teologischen Abhandlungen. Vor Albich's Trak­tat liest man das ,,opusculum de instructione neophytorum" des Guido de Monte Rotheñ (fol. 261a—336a). Nach dem Regimen sanitatis folgt ein ,,Tractatus de septem vitiis" eines unbekannten Autors (fol. 339a—347b). Am Anfang des Sammelbandes steht ein ,,Opus de passione domini..." (fol. la —61b). Die Handschrift war, laut einer Inschrift, im Besitze eines Herren Bartholomaçus: ,,Li­ber domini Bartholomaei plbni in villa latina" (fol. 2a). Es könnte sich vielleicht um die Person des Bartholomaçus Squarcialupis de Plumbino handeln 1 4. Die Abkürzung plbni kann sowohl ,,plumbini'¦ wie diese Abbreviation im ,,Colçodéi seu Uber de peste" des ge­1 3 Schultheisz, E.: Badehygiene und Geomedizin in den Werken des Albicus. Zschr. f. angew. Bäder-Klimahlk. 7, 1960, 473-8. 1 4 Vgl. dazu Schultheisz, E.: Colçodéi seu über de peste des Bartholomaeus Squarcialupis de Plumbino in Sudhoffs Arch. 44, 1960, 333ff.

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