Schultheisz Emil: Traditio Renovata. Tanulmányok a középkor és a reneszánsz orvostudományáról / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 21. (Budapest, 1997)
13. Antonius Gazius und die humanistische Medizin
Z^oo¡ legt, kommentiert, mit Ergänzungen versehen, was Gelegenheit zur Besprechung auch der neuesten naturwissenschaftlichen Probleme gab. Und nun erscheint auch ein medizinisches Werk, das Manuskript ,,De tuenda etproroganda viridi acflorida hominis iuventa Liĥe ųs quem Antonius Gazius Patauus Artium et Medicinae Doctorum omnium minimus ex uariis sapientium antiquorum collegit et in Christi Jesu nomine feliciter incipit ' ! Das Rubrum des ersten Blattes enthält die Widmung: ,,Rmo in Christo pa ri ac Dño D. Sigismundø Episcopo Varadiensi Dignissimo Domino charissimo et observandissimo Antonius Gazius Patauus, Artium et Medicinae Professorum omnium minimus S. P. quem commendatum humiliter dicit. Im Kolophon heißt es: ,,... Librum hunc compleui die XVII. Apñ is currente anno salutiferae incarnations 1508...' Obzwar die Handschrift nicht gedruckt wurde, scheint sie doch recht verbreitet gewesen zu sein. Ein Exemplar war im Besitze des Humanisten Johannes Heñcke. Diese Handschrift kennt die Medizingeschichte nicht. Sie besteht aus 31 Kapitel. Entsprechend der humanistischen Einstellung des Verfassers beginnt die Abhandlung mit einer philosophierenden Auseinandersetzung über die eigenschaften des Menschen, die ganz platonistisch betrachtet werden, wobei der Verfasser sich schon im Beginn auf das Timaion beruft. Die eigentliche medizinische Abhandlung beginnt im dritten Kapitel. Letzten Endes handelt es sich um eine Makrobiotik, also ein Regimen Sanitatis, wie es im Mittelalter üblich war. Nur daß Gazio die Gesundheitsmaßnahmen nicht a capite ad calcem bespricht, sondern unter dem speziellen Blickpunkt der Erhaltung der gesunden Jugend des Menschen. Es fehlen demnach einige, in den mittelalterlichen Gesundheitsregeln gewohnte Aufsätze über die Vorbeugung bzw. Behandlung von Krankheiten. Er benutzt aber, wie dies bei den Ärzten seit dem Mittelalter üblich ist, das antike Schema der ,,sex res non naturales", die „sechs nicht natürlichen Dinge" ", wobei über die anderen zwei Bereiche der biologischen Gegebenheiten, nämlich der ,,res naturales" und ,,res praeter naturam" kaum gesprochen wird. (Als ,,res naturales" betrachtete man ,,die Fakten der Gesundheit des Körpers".) 9 Diese „sechs nicht natürlichen Dinge" — zurückgehend auf die Systematik des Galen — werden so genannt, „weil sie zwar nicht zum Bau des menschlichen Körpers gehören, aber doch für die Erhaltung seiner Gesundheit unbedingt nötig sind" 1 0. Was für die Gesundheit nötig ist, ist natürlich auch für die Erhaltung der Jugend unentbehrlich. Die sex res non naturales sind: Luft (aer), Speise und Trank (cibus et potus), Bewegung und Ruhe (motus et quies), Schlafen und Wachen (somnus et vigilia), Ausscheidung und Ansammlung der Säfte (excreta et retenta) und schließlich die Gemütsbewegungen (animi pathemata). Auf Grund dieser Einteilung, wenn auch nicht in der oben angeführten mittelalterlichen Ordnung, versucht Gazio die Maßnahmen zur Erhaltung der gesunden Jugend, also Vorbeugung eines frühen Aiterns zu beschreiben. Sehr große Bedeutung wird der Prophylaxe von Krankheiten beigemessen, da Gesundheit eine Voraussetzung für die Erhaltung der Jugendfrische sei! Die in mehreren Kapiteln eingehend besprochene große Bedeutung astronomischer Einflüsse für die Gesundheit des Menschen erscheint hier mehr natruwissenschaftlich begründet, als nur magisch. Das ist dem Einfluß der Werke von Galeotto Marzio und 9 Eis, G.: Münzingers „Regimen etc." Med. Mschr. 14, 9, 604, 1960. 1 0 Artelt, W. : Arzt und Leibesübungen im Mittelalter und Renaissance. Klin. Wschr. 9, 847, 1931.