Schultheisz Emil: Traditio Renovata. Tanulmányok a középkor és a reneszánsz orvostudományáról / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 21. (Budapest, 1997)

13. Antonius Gazius und die humanistische Medizin

ANTONIUS GAZIUS UND DIE HUMANISTISCHE MEDIZIN* Antonius Gazius ist zwar in der Geschichte der Medizin nicht unbekannt, doch wurde seine medizinliterarische Tätigkeit bis jetzt nicht besonders gewürdigt. Der Name Gazio ist in der Literaturgeschichte des Humanismus geläufig, während die Geriatrie ihn nicht vermerkt hat. Vedova 1 spricht ihm nicht viel Selbständigkeit zu, Hirsch 2 gedenkt seiner nur in 13 Zeilen und die Lehr- und Handbücher der Medizingeschichte machen überhaupt keine Erwähnung von ihm. In der langen Geschichte der Geriatrie bzw. Gerontologie — die ganz unbegründet eine „neue" Wissenschaft genannt wird, wie das kürzlich von Lü h 3 gezeigt wurde — sollte auch Antonius Gazius eine ihm gebührende Stellung einnehmen, zumal sich fast alle seine medizi­nischen Schriften in irgendeiner Weise mit dem Alter beschäftigen. 1461 in Padua geboren, hatte er sich dort nach Erlangung der Doktorwürde der Medizin 1485 als praktischer Arzt niedergelassen. Aber diese Stellung hat er wegen ungenügender Beschäftigung alsbald aufgegeben, und sich in der Folgezeit in mehreren Städten Italiens aufgehalten, wo es ihm gelang, sich einen großen Ruhm als Arzt zu erwerben, wobei er auch finanziell nicht zu kurz kam. In höherem Alter kehrte er in seine Heimat zurück, um sich ausschließlich der literarischen Tätigkeit zu widmen. Am 3. September 1530 ist er in Padua gestorben 4. Zwei seiner Werke wurden in Druck gelegt: „Florida corona quae ad sanitatis hominum conservationem ac longaevam vitam producendam sunt necessaria", deren erste Ausgabe in Venedig 1491 erschien, und später unter dem Titel „Aerarium sanitatis" wieder veröffent­licht wurde (Augsburg 1546). Wie sehr das Werk auch von den Gelehrten anderer Länder be­achtet wurde, zeigt die frühe Ausgabe in Frankreich bei Gilbert de Villiers für Barthélemi Trot in Lyon 1514, auf dessen Titelblatt ein prächtiger Holzschnitt einer „blühenden" Krone zu sehen ist. Im 16. Jahrhundert war das Werk ziemlich verbreitet. Eine Albucasis-Ausgabe z. B. (bei Henricpetri, Basel 1541), ein Sammelwerk, enthält außer „Chirurgia Albucasis", einige für besonders wichtig gehaltene Werke des Rolandųs, Rogeñųs, Constantinus Africa­nus und von Gazius: „Aerarium santitatis." Die dürftigen Angaben der Lexika und seines Biographen Vedova sind mit folgenden Da­ten zu ergänzen: Schon während seiner Studienzeit in Padua machte er die Bekanntschaft, ja man kann sagen, er gewann die Freundschaft des damaligen Paduaner Studenten, späteren * Ersch. in: Medizinische Monatsschrift, Heft 3. (1961) 179—182. 1 Vedova: Sçri . Padovani I, 444 ff., 1832. 2 Hirsch-Hübotter: Biogr. Lexicon hervorragender Ärzte II, 702, 1930. 3 Lü h, P.: Kurze Geschichte der Gerontologie und Geriatrie. Neue Zschr. f. ärztl. Forbildung 48, 6, 509, 1959.

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