József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

Ein Tischmikroskop mit Holzgestell aus dem 18. Jahrhundert sowie ein kleines Handmikroskop mit Messinggriff sind neben der Ausgabe von Mor­gagnis sämtlichen Werken (Opera omnia, 1765) zu sehen. V. DIE ENTWICKLUNG DES UNGARISCHEN GESUNDHEITSWESENS ZUR ZEIT DES ABSOLUTISMUS Die Lage des Gesundheitswesens in Ungarn im ersten Drittel des 18. Jahrhun­derts war — hinsichtlich der Versorgung mit Ärzten — keineswegs zufriedenstel­lend. Es gab sogar Komitate ohne einen einzigen Arzt. 1723 wurde der Ungarische Königliche Statthalterrat ins Leben gerufen und in seinem Rahmen 1738 eine ständige ungarische Gesundheitskommission gegründet. Die staatlich organisierte zentrale Lenkung war ein entschiedener Fortschritt gegenüber den Maßnahmen der lokalen Behörden. Das Gesund­heitswesen wurde zu einer Verwaltungsfunktion erhoben, womit die Entwick­lung einer — auf das ganze Land ausgeweiteten — Gesundheitspolitik von brei­terem Horizont ermöglicht wurde. Die Organisation des Gesundheitswesens der Monarchie ist mit dem Namen 76 des Leiters der ersten Wiener Schule, Gerard van Swieten (1700—1772), Haus­arzt und Ratgeber Maria Theresias, verbunden. Der Statthalterrat erließ im Jahre eine Verordnung, daß jedes Komitat verpflichtet sei, einen Arzt — oder wie er damals hieß : Physikus — mit Diplom anzustellen, dessen Wirkungskreis sich auf alle Gebiete des Gesundheitswesens — Apotheke, Chirurgie, Hebam­men, Volksgesundheit, Seuchenbekämpfung — erstreckte. Daraus entwickelte sich später die Institution des Amtsarztes. 1770 erschienen unter dem Titel Generale Normativum in Re Sanitatis die sehr ausführlichen Vorschriften, die die amtlichen Pflichten des Arztes, des Chirurgen, der Hebamme und des Apothekers festlegten. Sie wurden vom Physikus des Komitats Preßburg (heute Bratislava, CSSR), József Skollanich von Hódos verfaßt. Bald darauf — im Jahre 1786 — wurde die Stellung des Landesprimararztes geschaffen (regni protomedicus), zu dessen Aufgabenkreis in höchster Instanz die Ärz­teausbildung, die Aufsicht des Unterrichts und die Verwaltung der Kranken­häuser gehörten. Die erwähnten organisatorischen Veränderungen brachten den Aufschwung des Gesundheitswesens im Lande mit sich. Die Geschichte des ungarischen Universitätsunterrichtes begann mit dem Jahr 1367, als König Ludwig der Große (1342—1382) die Universität von Pécs (Fünfkirchen) gründete. Danach gründeten Sigismund (1387—1437) in Alt­Ofen (Óbuda) und später der große Renaissanceherrscher, König Matthias (1458—1490) im Jahre 1467 in Preßburg (Bratislava) eine Universität. An den Universitäten von Alt-Ofen und Preßburg wurde auch Medizin gelehrt. Vom Beginn der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts an jedoch gab es im Lande 52

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