József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)
Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)
berühmten Buches „Exercitationes de Generatione animalium" (Padua, 1666), welches seine Experimente zur Vermehrung der Tiere enthält. d ) Die Folgen der Entdeckung des Mikroskops Das erste Mikroskop als zusammengesetztes Vergrößerungssystem wurde wahrscheinlich noch vor 1600 von den Niederländern Zacharias und Johann Jansen konstruiert. Auf diese Nachricht hin fertigte auch Galileo Galilei (1564— 1642) ein solches an, was er „occhialino" (Monokel) nannte. Diese ersten, in der Hand zu haltenden Vergrößerungsgläser wurden anfangs zur Unterhaltung benutzt, es wurden Kuriosa mit ihnen betrachtet („Flohbetrachter"). Den Namen „microscopium" benutzte zum ersten Mal Johann Faber, der Arzt des Papstes Urban VIII. im Jahre 1625 in einem Brief. Infolge der Vervollkommnung dieser Erfindung eröffneten sich in der Mitte des 17. Jahrhunderts die bis in unsere Tage wirkenden Perspektiven. Das eine wertvolle und wahrlich erste wissenschaftliche Ergebnis wurde von Marce lo Malphigi (1628—1694) im Jahre 1661 mit der Beschreibung der Kapillaren veröffentlicht. Damit wurden die Mängel der Harveyschen Lehre über den Blutkreislauf ergänzt mit dem Nachweis der Verbindung von Arterien und Venen. Später dann betrachtete Robert Hooke (1635—1703), der vielseitige englische Forscher, mit einem auf ein Stativ montiertes Linsensystem zum Beispiel die Struktur des Korkes, dessen Elemente von ihm als Zellen (cellulae) bezeichnet wurden. Anton van Leeuwenhoek (1632—1723), ein niederländischer Amateurnaturforscher (er war übrigens Tuchhändler und später Torwächter des Rathauses zu Ðelf ) baute ohne jegliche wissenschaftliche Vorbildung, als Autodidakt und mit großer Handfertigkeit seine „einfachen Mikroskope" zusammen, deren Linsen er auch selbst schleifte. Von seiner neugierigen Natur geleitet, betrachtete er sich alles, was iħm in die Hände fiel, so Haare, den eigenen Zahnstein und Wassertropfen aus Pfützen. Damit erschloß er in seinen an die Royal Society gerichteten, naiven Briefen im Grunde genommen die „unsichtbare Welt". Von medizinhistorischem Gesichtspunkt aus besteht sein wichtigstes Ergebnis darin, daß er bereits 1683 den ersten Mikroorganismus, den das Auge eines Menschen gesehen hatte, als „kleine bewegliche Wesen" beschrieb und aufzeichnete. Die Nachbildung eines von ihm angefertigten Mikroskops ist in unserer Ausstellung zu sehen. e) Die Entstehung der medizinischen Chemie (Iatrochemie) Die andere medizinische Größe dieser Zeit ist Paracelsus, sein vollständiger Name lautet Philippus Aureolus Theophrastus Bombastus Paracelsus ab Hohenheim (1493—1541), mit dessen widersprüchlicher Persönlichkeit sich die Medizinhistoriker seit Jahrhunderten beschäftigen. Er war der klassische Vertreter des universalen Menschen: Arzt, Naturwissenschaftler, Philosoph und 40