József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

fäß aus dem 15. Jahrhundert. Das schriftliche und gegenständliche Material wird noch durch eine Lepra-Medaille (1539), einen Pest-Taler (1527), Alchi­misten-Medaillen und ein Astrologen-Amulett ergänzt. 48 Die folgende Vitrine stellt die Fachliteratur und die Instrumente des späten Mittelalters vor. Die Gesundheitsratschläge der Salernoer Schule sind berufen, den Geist der hervorrageñstçñ medizinischen Universität zu illustrieren. Eines der ersten gedruckten deutschen Chirurgiebücher ist das 1497 erschiene­ne Werk „Dis ist der Chirurgia" von Hieronymus Brunsçĥwig (1450—1533), daneben ein vom Anfang des 16. Jahrh. stammendes chirurgisches Gerät, ein Ohrenkratzer, der dem Ausgrabungsmaterial der Burg von Eger entstammt. Beachtenswert ist noch eine aus Silber angefertigte flache Arzneidose mit 49 zwölf Fächern, auf deren zuklappbaren Deckel — der Fächereinteilung entsprechend — die Namen der darin enthaltenen Medikamente eingraviert sind (Zimt, Pfeiferminze, Nelken, Bernstein usw.). Ein deutscher Meister hat sie an der Wende vom 16. zum 17. Jahrhundert geschaffen. Daneben stellen wir einen verzierten gotischen Apothekenmörser aus dem 14.—15. Jahrhundert vor. Unser ältestes Apothekergefäß wurde zwischen 1520 und 1530 in Faenza V (diesem Namen entstammt die Bezeichnung Fayence) hergestellt, das sog. „alla porcelana" (wie Porzellan) Albarello. Es trägt die Aufschrift „g.d. ocha" und stammt aus Portogruaro (Italien, Provinz Venedig). Ein interessantes Manu­skript kam aus einer Einbandstafel hervor : Rezepte und Gesundheitsratschläge aus dem 15. Jahrhundert gegen Schwindel und Haarausfall sowie die Darle­gung der Heilwirkung von getrockneten Feigen und schwarzem Rettich. Das Material der Epoche wird durch eine frühe, aus dem 15. Jahrhundert stammende Lederbrille (Duplikat) ergänzt. Schließlich stellen wir noch einen Keuschheits­gürtel vor, der im 16.—17. Jahrhundert verwendet wurde — zur sehr groben Gewährleistung der „Treue der Ehefrau". II. DIE ENTSTEHUNG DER NEUZEITLICHEN MEDIZIN Beeinflußt von der Renaissance forderte die kritische Anschauung des For­schers neuen Typs eine Neueinschätzung der Klassiker. Die Erfindung des Buchdrucks machte es möglich, daß die neu übersetzten Werke zu immer breiteren Schichten gelangten. Als Folge der geographischen Entdeckungen verbreiteten sich in der Medizin neue Heilkräuter (Ipecacuanha, Guajak, Chi­nin usw.). Die Bildhauerei der Renaissance lenkte die Aufmerksamkeit zum Teil auf die Anatomie. Die anatomische Erschließung begann mit Leonardo da Vinci und fand ihre restlose Entfaltung in der Arbeit Vesals. Leonardos Ziel war es, durch die eindringliche Kenntnis der Anatomie des menschlichen Kör­pers die Wirklichkeit in seinen Bildern und Statuen lebensgetreuer darzutellen, während Vesal die Anatomie in den Dienst der Medizin stellte. 36

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