József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Aus der Geschichte der Medizin und der Pharmazie Ausstellungsführer (J. Antall, K. Kapronczay, Z. Pataki, M. Szlatky, M. Vida)

garantieren, ist das schönste von ungewöhlich großem Maße aus blauer Fayence angefertigt. Auf eine entwickelte Chirurgie und Geburtshilfe in Ägypten verweisen die Darstellungen an den Wänden des Kom-Omboer Tempels : chirurgische Geräte und die Gestalt einer auf dem Geburtsstuhl sitzenden, kreißenden Frau. Auch originale chirurgische Gerätschaften sind uns verblieben. 3. Die Medizin der Griechen und Römer Das Material aus der Zeit der antiken Griechen und Römer ist nebeneinander 41 ausgestellt. Von besonderem Interesse sind die aus dem hellenistischen Zeitalter (330—30 v. Chr.) stammenden, krankhafte Veränderungen darstellenden Sta­tuen, die der Meinung einzelner Forscher nach Lehrfiguren aus der Schule von 42 Smyrna sein mögen. Auch Galen, einer der berühmtesten Ärzte des alten Ro­mes, war Hörer der Schule von Smyrna. Die Züge des Hippokrates (460—377 v. Chr.), des Vaters der Medizin, wur­den von einem unbekannten französischen Bildhauer des 18. Jahrhunderts in klassischem Stil verewigt. Die Fortsetzung der rationellempirischen ärztlichen Praxis der Antike kennzeichnet die griechisch- und lateinischsprachige Ausgabe des Werkes Magni Hippocratis coi opera omnia aus dem Jahr 1665 (Leyđeñ, Gaaseeck) und Galens Anatomie aus dem Jahre 1651 (Leyđeñ, Philiber tus Ro ­eŲųs). Das dritte Mitglied des berühmten Ärzte-Trias der Antike war D¿osko­rides Pedanios (ca. 40—90), ein römischer Militärarzt griechischer Abstammung ; sein Werk Perihyles iatrikes war das grundlegende Handbuch des Altertums, in dem er die Heilpflanzen, Öle und mineralischen Medikamente systematisierte. Hervorragende Stücke in der Vitrine sind ein Pflanzenpreßgefäß aus dem 2.—4. Jahrhundert und ein weißer Marmormörser aus dem 1.—2. Jahrhundert. Die Gefäße und ärztlichen Instrumente, die die römische Epoche vorstellen, 43 sind sämtlich Funde aus Pannonién. Die Glasgefäße dienten zur Aufbewahrung von verschiedenen Ölen und kosmetischen Gruñs offen. Besonders hervorzuhe­ben ist der einen halben Meter hohe Balsambehälter. Die in Pannonién leben­den Römer importierten ihre Glasgefäße aus Italien oder aus den Glashütten am Rhein. Auch das Material aus dem 2. und 3. Jahrhundert stammt aus diesen Gebieten. Die medizinischen Instrumente entstammen hauptsächlich den Ausgrabungen in Aquincum. Beachtenswert ist ein bronzenes Skalpell, dessen Form sich in den vergangenen achtzehn Jahrhunderten kaum verändert hat. Wir stellen noch griechische Bronzemünzen aus dem 2.Jh.v.Chr. und aus dem 2. Jahrhundert vor (mit der Abbildung von Asklepios und Hygieia) sowie Amu­lette der römischen Kaiserzeit aus dem 1.—4. Jahrhundert. Hier haben auch zwei etruskische Kultgegenstände ihren Platz erhalten : ein Phallus und ein Fuß aus Stein aus dem 3.—1. Jahrhundert v.Chr. 33

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