József Antall szerk.: Aus der Geschichte der Heilkunde / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 13-14. (Budapest, 1984)

Pharmaziehistorische Bibliothek „József Ernyey" (L. Sasvári)

PHARMAZIEHISTORISCHE BIBLIOTHEK „JÓZSEF ERNYEY" Auf dem Grundstück zwischen dem Mátyás-Platz und dem Teleki-Platz in der Józsefváros (Josephstadt) von Budapeststand in der zweiten Hälfte des vergan­genen Jahrhunderts noch keine Apotheke, deshalb trägt die Erlaubnis das Ge­nehmigungsjahr 1881, auf Grund derer János Fi ló am 5. März 1882 seine „Heilige Christians-Apotheke" im Haus Mátyás-Platz Nr. 2. 1890 wurde die Apotheke in das Haus Nr. 3 verlegt. Dieses einstöckige Haus wurde von Ferenc Pfaff für János Filó erbaut. Die Apothekerwohnung befand sich in der ersten Etage, im Erdgeschoß, der Straße zugewandt, die Apotheke, der sich später im Hofflügel des Gebäudes noch eine Verbandsfabrik anschloß. Im Jahre 1890 war auch die kunsthandwerkliche Einrichtung im Neore­naissance-Stil fertiggestellt, die Lajos Valnicsek geschaffen hat. (Von ihm stammt auch die Einrichtung der Apotheken am Mihály-H orváth-PIatz und in der Népszínház-Gasse.) Von der Straße betreten wir durch den in der Mitte des Gebäudes befindlichen 170 Eingang die Offizin, aus der sich rechts das Büro öffnet. Die Hälfte des Hofes besteht aus Lager- und Laborräumen. Die Möbel der Offizin und des Büros sind aus Eichenholz angefertigt worden, mit geschnitzter Verzierung. In der Offizin sind am oberen Teil der Einrichtung an einer Stelle zwei Daten zu sehen, „5. März 1882" — das Datum der Eröffnung, und „6. November 1890" — der Zeitpunkt des Umzuges. Im Mittelteil des sich in der Mitte der Offizin befindlichen Taratisches ist das Portät des einstigen Namensgebers der Apotheke zu sehen. Der heilige Chri­stian, ein Bischof, der die Preußen bekehrte, starb 1245, sein Gedenktag ist der 20. Dezember. An der rechten und linken Seite des Taratisches sind die Porträts von Aesculap und Hygieia zu sehen. Die künstlerisch wertvolle Einrichtung wurde im Jahre 1958 für geschützt erklärt. Der die Apotheke gründende János Filó wurde 1852 in Szolnok geboren. Er war Lehrling in Gödöllő und in mehreren Budapester Apotheken Gehilfe. Seine Studien schloß er an der Pester Universität 1873 mit dem Diplom ab. Zur Zeit des bosnischen Krieges von 1878 war er Apothekeroffizier. Ihm kam im gesellschaftlichen und Vereinsleben der Budapester Apotheker eine bedeutende Rolle zu. Seine Idee war die Gründung des Budapester Sitzes des Apotheker­117

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