Antall József szerk.: Historia pharmaceutica / Orvostörténeti Közlemények – Supplementum 9-10. (Budapest, 1977)

LECTURIS SALUTEM - Antall József: A gyógyszerésztörténelem Magyarországon és a Semmelweis Orvostörténeti Múzeum, Könyvtár és Levéltár (magyar és német nyelven)

18 Comm. Hist. Art is Med. Suppl. 9—10 (1977) Apotheken von musealischem Wert einreicht. All diese Tätigkeitsbereiche werden durch seine Sektionen (wissenschaftlich-organisatorische und allgemein kulturelle, Bibliotheks- und Dokumentations-, allgemein museologische und facharchivarische, bzw. Restaurations- und Konservations-, endlich wirtschaftliche und Verwaltungs­sektion) und durch die Befähigungsordnung seiner Mitarbeiter wiederspiegelt. Dem Institut steht neben der Direktion ein wissenschaftlicher Rat vor, in dem der Rektor und die führenden Professoren der Budapester Universität (Ärzte, Pharmazeuten, Historiker, Kunsthistoriker), die Generaldirektoren der Landesmuseen, leitende Verwaltungsfachmänner ihren Platz einnehmen. II. In der letzten Zeit scheint in Ungarn in Fragen der wissenschaftlichen Organisation ein Standpunkt als angenommen auf, demnach die Medizinwissenschaft im breiten Sinn des Wortes die theoretischen, die klinischen medizinischen Fächer, die Sozial­medizin und die Pharmazeutik zusammenfasst. Ohne die Selbständigkeit der Pharma­zeutik leugnen zu wollen, betrachtet also diese für einen Teil der Medizinwissenschaf­ten im vasten Sinn des Wortes. Diese Einheit schafft sich freilich zwischen der Medizin­und der Pharmaziegeschichte eine noch betontere Geltung, handelt es sich doch da nicht nur um die heutigen Anschauungen bezüglich einer angewandten Wissenschaft, sondern auch darum, daß unser Fachgebiet als eine historische Disziplin sich zwei­felsohne an den Rahmen der Geschichtswissenschaft orientiert. Wenn wir sie also von dieser Seite als einen Teil der Wissenschaftsgeschichte, ja im weiteren Sinn als ein Teilgebiet der Kulturgeschichte untersuchen, bildet sie eine ganz enge Einheit mit der Medizingeschichte. Auf diese Betrachtungsweise kann es zurückgeführt werden, daß man bei uns sämtliche Problemenkreise (Sammlungen usw.) sowohl der Medizin-, wie auch der Pharmaziegeschichte in ein wissenschaftliches Institut zusammenfasst und daß eine engste Organisationseinheit auch bezüglich der wissenschaftlichen Ver­eine besteht. Selbstverständlich wollen wir die Situation nicht idealisieren, wir behaup­ten nicht, daß es niemals zu Problemen kommt. Es ist jedoch so, daß solche nicht öfters zwischen den Medizinhistorikern und den Pharmaziehistorikern auftauchen, als im eigentlichen engeren Kreis. III. Wodurch ist diese einheitliche Betrachtungsweise vom geschichtsschreiberischen Standpunkt gerechtfertigt ? Erstens dadurch, daß es schier unmöglich ist in den verschiedenen Epochen der Medizin- und der Pharmaziegeschichte die Fragen separat zu behandeln. Mögen wir ein Werk aus welcher Epoche immer in Hand nehmen, wir können uns stets über­zeugen, wie identisch, oder wenigstens ähnlich das Forschungsmaterial ist. Zweitens wird sie nicht nur durch die allgemeine Problematik des Gesundheitswe­sens, sondern auch von der Drogengeschichte (später der Pharmakologie) her gerecht­fertigt. Wobei noch eine historisch-soziologische Untersuchung der Situation des Arztes und des Apothekers, dann ihrer gemeinsamen Rolle in den bildenden Künsten, im allgemeinen in der Ikonographie unerwähnt bleiben. Selbstverständlich sind auch die Verschiedenheiten da, bezüglich der Therapie, des medizinischen Denkens, der

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