Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti közlemények 214-217. (Budapest, 2011)

KÖZLEMÉNYEK - Makovitzky, Josef: Connection between Lev Tolstoy and Dusan Makovicky

KÖZLEMÉNYEK DIE BEZIEHUNG ZWISCHEN LEW TOLSTOI UND DUSÁN MAKOVICKY JOSEF MAKOVITZKY Heuer jährt sich zum einhundertsten Male das Ereignis, dass Dr. med. Dusán (Duschan, Dusán) Makovicky, Arzt slowakischer Herkunft, aus dem historischen Ungarn stammend, den großen russischen Schriftsteller Lew Tolstoi auf seinem letzten Weg begleitet hat. Dusán Makovicky war nicht einfach passiver Beobachter, sondern aktiver Begleiter und wichtiger Gesprächspartner einer der größten Persönlichkeiten der Weltliteratur. Er beglei­tete Tolstoi während der letzten sechs Jahre seines Lebens von 1904-1910. Wer war Dusán Makovicky? Er wurde am 10. Dezember 1866 in Rosenberg als jüngster Sohn einer elfköpfigen Familie geboren. Rózsahegy gehörte damals zu Ungarn, wurde bis 1945 Ruzomberk, danach Ruzomberok im Komitat Liptó (Liptau) genannt, heute befindet sich die Örtlichkeit in der Slowakischen Republik. 1869 - nach der Geburt seines jüngsten Bruders - verstarb die Mutter und sechs Wochen später auch der kleine Bruder. Die älteste Schwester erzog die neun Geschwister, darunter Dusán, den jüngsten und sensibelsten in vorbildlicher Weise. Sein Vater, Peter Makovicky, war ein bekannter Kaufmann und Käsehersteller, der unter anderem einen Schafskäse (Bryndza, deutsch Brimsen) produzierte. Die fabrikmäßige Her­stellung dieser Käseart geht auf ihn zurück. Der Vater war ein typischer Vertreter des he- ranwachsenden slowakischen Bürgertums, das sich infolge der wirtschaftlichen Entwick­lung in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts besonders im ehemaligen ungarischen Oberland mit den an Rohstoffen reichen Komitaten herausbildete. Sein Sohn Peter gründe­te später die erste moderne Holzschlifffabrik in Rosenberg. Nach der Familienchronik stammt die Familie Makovicky aus Südpolen/Nordost- Ungam (heute Nordost-Slowakei) bei Bartfeld (Bártfa/Bardejov). Die Familie war evange­lisch A. B. (lutherisch) und hatte ein hohes kulturelles Niveau. Es war daher selbstverständ­lich, dass die Kinder höhere Schulen besuchten. Zu Hause bei Tisch haben sie sich in meh­reren Sprachen (slowakisch, polnisch, ungarisch und deutsch) unterhalten. Das Familien­oberhaupt hatte für die begabten Kinder der Stadt mehrere Stiftungen ins Leben gerufen. Mit Hilfe einer dieser Stiftungen ist Samuel Fischer nach Berlin gekommen, der spätere Verlagsgründer des heutigen S. Fischer Verlages. Die Familie Makovicky fühlte sich den Gedanken der Aufklärung verbunden. Aufgrund ihrer Herkunft und auch ihrer kulturellen Identität waren ihr chauvinistische Anschauungen

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