Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)
ADATTÁR — DOCUMENTS - Kapronczay, Katalin: Orvostörténeti vonatkozású kéziratok Luigi Ferdinando Marsigli (1658-1730) hagyatékából
Kapronczay, K. : Handschriften medizinischen Inhaltes von Litigi Ferdinando Marsigli 249 auch Gegenstände, die infizierende Materialien beinhalteten, oder sonst verdächtig waren, verbrannt werden, und zwar zu einem angegebenen Zeitpunkt, in Anwesenheit einer Wache. Die Einwohner des Lagers sollen durch einen Trommelschlag auf diesen Brand aufmerksam gemacht, und vom Ort fern gehalten werden. Ein Soldat durfte unter keinem Umstand das Lager verlassen. Er durfte nur mit Genehmigung eines Vorgesetzten außerhalb des Lagers wichtige Arbeiten verrichten, - die eine offizielle Schrift bestätigte - so z. B. bei Gelegenheit eines Munitionstransportes. Auf der Schrift musste der Termin angegeben werden, wie lange diese Angelegenheit voraussichtlich dauert, der genaue Zeitpunkt des Abgangs und Rückkehrens. Weil im Lager ziemlich viele Hunde, Reitpferde, Zugtiere usw. vorhanden waren, hat Marsigli die Aufmerksamkeit besonders auf die Aufsicht dieser Tiere befohlen. Er verordnete: wenn Tiere krank aussahen oder von einer infizierten Gegend ins Lager einbrachen, müssen diese sofort vernichtet und unverzüglich begraben werden. Die wertvolleren Reitpferde - genauso wie die Menschen - mussten in eine Quarantäne einziehen. Auch Wagen, die aus einer infizierten Gegend einfuhren, mussten verbrannt werden. Marsigli formulierte auch die Regeln des Lagers streng und genau. Seine wichtigste Forderung war: die Holzbaracken mussten immer sauber und in Ordnung gehalten werden. Die einzelnen Teile des Heeres wurden in nummerierten Gebäuden abgesondert untergebracht. Er sicherte Gebäuden für Magazine, Ställe, Schlachthöfe, Kerker, Hospitäler, Quarantänen und Handwerker-Werkstätten. Er ließ streng verlautbaren, dass ein jeder Mensch verpflichtet ist die Regeln, sowie die vorgeschriebenen Verpflichtungen, die im Interesse der ganzen Gemeinschaft gebracht wurden, einzuhalten. Die Häuser und Gebäuden musste jeden Tag gefegt und gereinigt werden. Die Abfälle mussten an einer gewissen Stelle außerhalb des Lagers gesammelt und mit Erde permanent bedeckt werden. Für die persönliche Hygiene der Soldaten hat er auch Sorge getragen, als er ihnen eine tägliche Reinigung vorschrieb. Die im Lager wohnenden Frauen waren verpflichtet die Kleidung der Soldaten wöchentlich zweimal im Fluss zu waschen und in freier Luft, möglicherweise in der Sonne trocknen zu lassen. Wenn die Witterung nicht regnerisch oder neblig war, mussten die Baracken, die Wohnhäuser und die gemeinsam benützten Orte des Lagers streng gelüftet und darin gewisse desinfizierende Räucherungen unternommen werden. Diese Luftreinigung musste spät abends verrichtet, die Einwohner durch Trommelschlag benachrichtigt werden. Es wurde streng betont, dass innerhalb des Lagers immer eine genügende Menge Feuerholz zur Verfügung steht, nicht nur zur Heizung der Baracken, sondern damit in der Nähe der Wachen immer ein Feuer brennt, weil die Verkältung der Soldaten gefährlich werden konnte, da ihr abgemagertes Physikum leichter zum Opfer einer eventuellen Epidemie fiel. Er hat ein besonderes Auge für die Reinheit gehabt und besonders für die Erhaltung der Reinheit des Trinkwassers: wenn jemand das Trinkwasser trübt oder verschmutzt, muss mit seinem Leben bezahlen - sagt die Verordnung. Für die Schlachthöfe und Fleischbänke hat er eine abgesonderte und streng kontrollierte Stelle gesichert, und regelte auch, dass die dort zustande gekommenen und gärenden Abfälle möglicherweise schnell wieder abtransportiert werden. Zwei Gebäude bestimmte er für Lazarette. Das eine für die schon erkrankten Menschen, das andere für die verdächtigen, infizierten, zur Absonderung bestimmten Personen. Auch für die fraglichen Waren, deren Ursprung nicht ganz beruhigend bestätigt werden konnten,