Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)

ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz

Offner, R.: Ein Brief des siebenbiirgischen Arztes Johannes Hertelins 237 e in an der setzunger} scheut er nicht. Es liegt ihm nichts daran zu provozieren, aber er be­harrt auf seinem Standpunkt und zieht lieber weiter in eine andere Umgebung als dass er sich einem Zwang zur Anpassung unterwirft. Er legt allerdings keinen Wert darauf als verkannter Eigenbrötler zu leben; seine Umgangsformen sind daher verbindlich und er pflegt sowohl freund-schaftliche als auch fördernde Kontakte. Hertelius' Stimmungslage zu der Zeit, als er diesen Brief schreibt, ist wechselnd und widersprüchlich. Er hat ein Anlie­gen, das ihn bedrängt, und ist ungeduldig; gleichzeitig zweifelt er am Erfolg und kämpft gegen resignierte Müdigkeit. Ungebrochen aber ist sein Leistungswille, aus dem sich ein beachtliches Durchhaltevermögen speist. Auch und gerade, wenn er sich gegen Widerstän­de behaupten muss, kann er sich auf seine Intelligenz verlassen. Er erfasst Sachverhalte rasch und intuitiv in einer bildhaft-ganzheitlichen Wahrnehmungsweise, die auch die Sorg­falt im Detail mit einbezieht. Als junger Doktor am Anfang einer Karriere sucht er Aufga­ben, die ihn zu kreativer Gestaltung herausfordern. Nicht die Bewahrung des Hergebrach­ten reizt ihn, sondern die Innovation. Die polarisierende Wirkung dieser Einstellung zwingt ihn, sich zu entscheiden zwischen Unabhängigkeit und Anerkennung. Die vitale Spannkraft wie auch die Differenziertheil der Schriftzüge sprechen dafür, dass Hertelius ein Verant­wortungsbewusstsein entwickelt hat, das den Anforderungen der Wissenschaft ebenso ge­recht wird wie den Bedürfnissen der Menschen in seiner Umgebung. " Dieses Gutachten, das 415 Jahre nach der Erstellung des untersuchten Briefes die we­sentliche perönlichkeitsrelevanten psychologischen Wesenszüge und Charaktereigenschaf­ten des Briefverfasser deutlich aufzeigt, bedarf keiner weiteren Kommentare oder Interpre­tationen. Eine Auffälligkeit der schwungvollen Unterschrift von Hertelius sei noch hier kurz an­zusprechen. Diese sieht nämlich eindeutig eher nach Hortelius als nach Hertelius aus. In diesem Zusammenhang sei noch angemerkt, dass auch manche Autoren (Weszprémi, Fava­ro, Minelli) seinen Namen stets in dieser Hortelius-Form (die an den lateinischen Hortus , erinnert) verwendeten. Der Grund für diese Schriftweise bleibt zunächst unerklärlich. Dafür eindeutig ist seine ethnische Selbstidentifikation durch sein Signum als Transylvanus Saxo, also als Siebenbürger Sachse. Sonst hatte er sich selbst - in seinen Immatriculationen - als Transylvanus und Septemcastrensis bezeichnet. Dieses Detail ist vor allem deshalb bemer­kenswert, weil er sich damit seiner Ethnie eindeutig bekannte. Im Gegensatz zu seinem Va­ter, Franciscus Davidis (Hertel), der seinen angestammten Familienname Hertel(ius) nicht verwendete, benutzten diesen Namen, seine beiden Söhne: David und Johannes. Ob hierbei der Einfluß der uns heute unbekannten Mutter der Hertel(ius)-Söhne - vermutlich eine Sie­benbürger Sächsin - ausschlaggebend war, können wir mangels Beweise nicht belegen son­dern nur mutmaßen. Schlussbemerkungen Wie zutreffend das Zitat, aus der jüngsten Kulturgeschichte der Botanik „Wie die Pflan­zen zu ihren Namen kamen" (PAVORD, A., 2008, 293) über den Zeitgeist ist, beweisen die neuen Erkenntnisse aus dem bislang unbekannten Brief des siebenbürgischen Arztes Herte­lius.

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