Kapronczay Károly szerk.: Orvostörténeti Közlemények 206-209. (Budapest, 2009)
ADATTÁR — DOCUMENTS - Offner, Robert: Johannes Hertelius erdélyi orvos eddig ismeretlen, 1593. február 8-iki keltezésű levele Carolus Clusius flamand botanikushoz
Offner, R.: Ein Brief des siebenbiirgischen Arztes Johannes Hertelins 233 riographen und kurz darauf zum Staatsrat ernannt. Ende der 1590er Jahre entdeckte er die „Wachtendonckschen Psalmen", einen der ältesten altniederländischen Texte. Im Alter von 58 Jahren starb Justus Lipsius 1606 in Löwen. Er war zweifelsfrei der berühmteste Vertreter des in der Spätrenaissance entwickelten Neostoizismus, der Michel de Montaigne , später René Descartes, Philipp Melanchton, sowie Baruch Spinozas Ethik und Immanuel Kants Naturphilosophie deutlich prägte und gilt neben Erasmus als bedeutendster Epistolograph des Humanismus. Im Gedenken an ihn trägt heute das Justus Lipsius-Gebäude in Brüssel, in dem der Rat der Europäischen Union tagt, seinen Namen. Näheres über die Beziehung zwischen Hertelius und Lipsius, insbesondere ein Briefwechsel, konnte bislang nicht ermittelt werden. Die Tatsache, dass Hertelius 1601 als Zeichen der Dankbarkeit eines seiner prominenten Patienten, Zsigmond Sármasághi ausgerechnet das Buch von Lipsius Politicorum sive civilis doctrinae libri IV (1599) geschenkt bekam, war möglicherweise auch kein Zufall. Zu den ungarländischen Korrespondenten des flämischen Gelehrten Lipsius zählten: János Zsámboky (Sambuccus ), Mihály Forgách, Péter Révay, János Rimay und György Koppay. Er erfreute sich in Ungarn Popularität, wie wir dies aus seinem Anhängerkreis, zu dem auch Hertelius zählte, ableiten können. In seinem Brief erwähnt Hertelius einen weiteren Korrespondenzpartner von Clusius, dessen Brief er seinem eigenen beigefügt habe. Auch dieser Mann stand sowohl mit Clusius als auch mit Lipsius in langjähriger Korrespondenz. Gian Vincenzo Pinelli (Pinellus) (16351601) hieß der gebürtige Genuaner und war ein Jurist, Numismatiker, Antiquar und vor allem eine illustre Figur der oberitalienischen Gelehrtenszene und bedeutender Knotenpunkt eines europaweiten Humanistennetzwerkes. Der in Padua ansässige bibliophile Patrizier ist bis heute als Späthumanist bekannt, nicht zuletzt wegen seiner Bibliothek, die mit 8.500 Büchern und über 800 wertvollen Manuskripten eine der größten Privatbuchsammlungen seiner Zeit war. Pinelli galt auch als begabter Optiker, Botaniker und vor allem Mentor mehrerer Wissenschaftler, allen voran von Galileo Galilei , dessen Berufung 1592 auf den Lehrstuhl für Mathematik - auf den sich auch Giordano Bruno Hoffnungen machte - von ihm maßgeblich gefördert wurde. Galilei nutzte Pinellis Privatbibliothek und führte dort anfangs seine Beobachtungen und Experimente mit dem Instrumentarium seines Mentors durch. Auch Leonardo da Vincis Tratatto della pittura befand sich als Kopie in seiner kostbaren Büchersammlung (Codex Pinelli - 1585), die heute teils in der Biblioteca Marciana di Venezia bzw. Biblioteca Ambrosiana di Milano eingegliedert ist. Erwähnenswert ist noch, dass der in Preßburg (Pozsony/Bratislava) lebende flämische Humanist und Philologe Nicaise van Ellebode (Ellebodius ), Leibarzt von István Radéczy, Bischof von Wardein und später Erlau, seine Manuskripte zwecks Beurteilung an seinen Freund und Mäzen Gian Vincenzo Pinelli schickte, bei dem er einige Jahre früher gewohnt hatte. Somit gelangten diese Schriften im Ambrosianum und wurden und für die Nachwelt aufbewahrt. Mindestens 116 Briefe der beiden Männer sind ebendort archiviert. Zum Freundeskreis Pinellis gehörten u.a. auch der Paduaner Botaniker Melchior Wieland (Melchiorre Guilandino; 1520-1589) und der bekannte Medizindozent Girolamo Mercuriale (1530-1606). Anhand des Briefes von Hertelius ist zu vermuten, dass auch er dem gelehrten Umfeld Pinellis zugehörig war und sein großes Interesse für die Botanik könnte sogar von Pinelli und dessen Freundeskreis geweckt, oder zumindest gefördert worden sein. Gleich am Anfang des Briefes weist Hertelius auf den evtl. bevorstehenden Besuch eines hochgestellten Paduaners bei Lipsius hin, nämlich auf den „Moderator " der Universität,